Beschäftigte von Karstadt-Kaufhof protestieren im Ruhrgebiet gegen Schließungen

Dortmunder protestieren gegen Karstadt-Schließung

Beschäftigte von Karstadt-Kaufhof protestieren im Ruhrgebiet gegen Schließungen

  • Beschäftigte wollen auf Situation aufmerksam machen
  • Zunächst Proteste in Essen, dann in Dortmund
  • 6.000 Mitarbeiter sind von Filialschließungen betroffen

In mehreren Städten gehen am Freitag (26.06.2020) Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof auf die Straße, um gegen die Schließung ihrer Filialen zu protestieren. Nach dem Auftakt in Essen ging es am Mittag auch in Dortmund weiter.

Proteste zunächst in Essen

Rund 6.000 Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof und Karstadt Sports sollen deutschlandweit ihren Arbeitsplatz verlieren. In einigen Städten machen sogar mehrere Filialen dicht, darunter Standorte in Essen, Dortmund und Düsseldorf.

Am Vormittag haben die Beschäftigten am Essener Hauptbahnhof auf ihre Situation aufmerksam gemacht. Mit Transparenten und Bannern haben sie sich gegen die angekündigte Schließung und den drohenden Wegfall ihrer Arbeitsplätze ausgesprochen und sie warnen: Machen die großen Kaufhäuser dicht, sterben die Innenstädte. Einige Beschäftigte brachen während der Veranstaltung in Tränen aus, denn der Schock sitzt tief, dass ausgerechnet am Essener Firmensitz beide Filialen geschlossen werden sollen. Am Mittag hat sich das Protestgeschehen nach Dortmund verlagert.

Betriebsräte beraten sich

Die Gewerkschaft Verdi hat am Freitag die Betriebsräte der Häuser, die in Nordrhein-Westfalen schließen sollen, nach Dortmund eingeladen. Dort sollte das weitere Vorgehen besprochen werden.

Am Mittag haben die Betriebsräte zusammen mit den Beschäftigten der Dortmunder Filialen gegen die drohenden Schließungen demonstriert. Es gab einen Demonstrationszug über die Dortmunder Einkaufsmeile bis zum Karstadt-Sporthaus. Dort gab es eine Kundgebung.

Silke Zimmer von der Gewerkschaft Verdi sieht viele Beschäftigte "in ihrer Existenz bedroht". Sie fordert den Einsatz der politisch Verantwortlichen, "um diese dramatische Situation für die Beschäftigten und ihre Familien abzuwenden".

Auch in Berlin Proteste

Proteste von Mitarbeitern des Warenhauskonzerns sind auch in Berlin angekündigt. Dort hat es um 12 Uhr eine Menschenkette von mehreren Hundert Mitarbeitern geben.

Mittlerweile hat sich auch die Politik eingeschaltet, unter anderem der Rat der Stadt Essen hat sich für den Erhalt der Karstadt Kaufhof-Filialen ausgesprochen. Insgesamt will die Essener Warenhauskette in Nordrhein-Westfalen 18 Kaufhaus-Standorte und vier Karstadt Sports-Filialen dichtmachen.

Mutterkonzern kündigt "Mietzuschuss" an

Am Freitagabend bestätigte der österreichische Mutterkonzern Signa, man werde zur Sanierung des stark angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof 366 Millionen Euro in die Hand nehmen. Allein 200 Millionen Euro sollen als Mietzuschuss gezahlt werden.

Stand: 26.06.2020, 20:52