Bergleute bauen in Bergkamen Schacht für die Ewigkeit

Ein Schacht für die Ewigkeit auf Zeche Haus Aden 03:43 Min. Verfügbar bis 22.11.2020

Bergleute bauen in Bergkamen Schacht für die Ewigkeit

Von Peter Lautsch

  • Pumpen fördern Grubenwasser in die Lippe
  • 315 Rohre in Haus Aden Schacht 2
  • PCB-Kläranlage für den Notfall

Die RAG baut den Schacht 2 des ehemaligen Steinkohlenbergwerks Haus Aden in Bergkamen zu einem Grubenwasser-Standort um. Bergleute verlegen derzeit 315 Rohre in die Tiefe, damit später darin ein Pumpensystem installiert werden kann. Das soll verhindern, dass sich das salzige Grubenwasser mit dem Grundwasser darüber vermischt, berichtet der WDR am Freitag (22.11.2019).

Ein System also, das bis in alle Ewigkeit funktionieren muss, damit das Trinkwasser weiter trinkbar bleibt. 750 Meter reichen die Röhren in die Tiefe. Darunter liegt das seit 2001 stillgelegte Bergwerk. In seinen Stollen steigt das Grubenwasser allmählich. 

Grubenwasser soll nicht ins Grundwasser

Drei bis vier Jahre kann es dauern, bis das Grubenwasser die derzeit eingebauten Röhren erreichen wird. Dann werden mächtige Pumpen in diese Röhren gesenkt. Sie sorgen dafür, dass das salzige und mineralhaltige Grubenwasser nicht höher als 600 Meter steigt und pumpen es in die Lippe.

Dort vermischt es sich mit dem Flusswasser soweit, dass alle Grenzwerte eingehalten werden, so die Erwartungen von RAG und Behörden.

Bezirksregierung hat Grubenwasser-Konzept genehmigt

Die Bezirksregierung Arnsberg hat als Bergbehörde des Landes das Grubenwasser-Konzept der RAG genehmigt. Das ehemalige Bergbauunternehmen will mit der Konzentration auf nur noch wenige Standorte die Grubenwasserhaltung optimieren. Haus Aden wird einer von nur noch sechs Standorten, wo Grubenwasser gehoben wird.

Kritik vom BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz kritisiert das Konzept. In der Vergangenheit sind mehr als 10.000 Tonnen hochgiftiges PCB in den Steinkohlezechen verwendet worden. PCB-Öle ersetzten früher leicht entflammbares Maschinenöl.

PCB-Kläranlage als Notfallplan

Außerdem hatte die RAG jahrelang Filterstäube und Kraftwerksaschen in den Zechen deponiert. Auch im Bergkamener Bergwerk Haus Aden. Diese Stoffe könnten mit dem Grubenwasser wieder nach oben kommen und dort die Umwelt verseuchen, befürchtet der BUND.

Die RAG hat für den Fall der Fälle bereits einen Plan B. Sollten zu hohe Konzentrationen etwa von PCB gemessen werden, dann steht zwischen Schacht und Lippe eine große Fläche zur Verfügung. Dort könnte dann eine Kläranlage gebaut werden.

Stand: 22.11.2019, 08:35