Bauträger rodet Landschaftsschutzgebiet

Bauträger rodet Landschaftsschutzgebiet Lokalzeit aus Dortmund 03.12.2019 02:36 Min. Verfügbar bis 03.12.2020 WDR Von Catherine Jaspard

Bauträger rodet Landschaftsschutzgebiet

  • Landschaftsschutzgebiet gerodet
  • Anwohner in Sorge
  • Bauträger beschwichtigt

Die Anwohner haben Angst, dass vor ihrer Haustür gebaut wird. Einige von Ihnen sind auch hierher gezogen, weil genau hier die Frischluftschneise verläuft. Jetzt sind sie verärgert. Der Eigentümer, der gerodet hat – die Lamassu Bauträger GmbH aus Dortmund-Asseln versichert uns, dass er das Grundstück nicht in Bauland umwidmen lassen will.

Naturidylle ist erstmal verschwunden

Bis auf die Grasnarbe ist hier alles gerodet worden, in einem Landschaftsschutzgebiet in Dortmund-Barop. Die Anwohner waren doch sehr verwundert, als hier schweres Gerät anrollte und alles platt gemacht hat. Seit Jahren stand das Gras hier meterhoch und die Brombeersträucher wucherten, wie sie wollten.

Füchse und Rehe direkt vor der Haustür

Landschaftsschutzgebiet

Füchse vor der Haustür, Rehe mit ihren Kitzen – tierische Idylle in Dortmund-Barop. Das war im Sommer. Seit drei Wochen sieht es hier anders aus. 24 000 Quadratmeter Landschaftsschutzgebiet wurden gerodet.

Bauträger Lamassu will an landwirtschaftlichen Betrieb verpachten

Eigentlich wollte die Lamassu GmbH das Gelände gar nicht haben. Man habe es im Doppelpack mit einem Grundstück auf dem Hohenbuschei-Gelände in Dortmund-Brackel erworben. Dort baut das Unternehmen Eigentumswohnungen. Der Verkaufer habe darauf bestanden, dass Lamassu auch das Baroper Landschaftsschutzgebiet kauft, sagt der Lamassu-Geschäftsführer Yilmaz Altinok. Das Gelände solle jetzt an einen landwirtschaftlichen BGetrieb verpachtet werden.

Stadt prüft ordnungsrechtliche Konsequenzen

18 Pappeln durfte der Bauträger fällen – ob die Rodung darüber hinaus ordnungswidrig war, prüft die Stadt Dortmund gerade. Die Anwohner waren am Nachmittag in der Bürgersprechstunde, um zu erfahren, was mit dem Grundstück passieren soll. Bauern hätten Interesse, es zu pachten, heißt es. Die Anwohner beruhigt das nicht.

Stand: 03.12.2019, 14:58