Deutsche Bahn stellt schaffnerlose Fahrkartenkontrolle vor

Deutsche Bahn stellt schaffnerlose Fahrkartenkontrolle vor

  • Selbst einchecken mit dem Smartphone und der DB-App
  • Ab Ende Juni in allen ICEs, aber nicht im Regionalverkehr
  • Die DB verlagert den Ticket-Verkauf stärker ins Internet

Sich online ein Bahnticket kaufen, in den Zug einsteigen, auf den Platz setzen und nach dem Check-In mit dem eigenen Smartphone bis zum Zielbahnhof schlafen, ohne vom Zugbegleiter gestört zu werden: Das, so verspricht es die Deutsche Bahn, funktioniert mit dem neuen Komfort Check-In.

Deutsche Bahn: Selber einchecken statt Fahrkartenkontrolle

WDR 5 Morgenecho - Interview 23.05.2018 04:31 Min. WDR 5

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Bis Ende Juni auf allen ICE-Strecken

Dieser Service der Deutschen Bahn ist nach einer Testphase jetzt auf sechs Strecken verfügbar, unter anderem zwischen Dortmund und Stuttgart, Hamburg und Berlin sowie Hamburg und München. Auf den übrigen ICE-Strecken der Deutschen Bahn soll er bis Ende Juni eingeführt werden. Am Mittwoch (23.05.2018) ist er in Dortmund offiziell vorgestellt worden.

Nutzen können diesen Service allerdings nur Bahnreisende, die ihr Ticket online gebucht, einen Sitzplatz reserviert und Ticket und Reservierung auf ihr Smartphone in die DB-App geladen haben. Sobald der Reisende seinen Platz eingenommen hat, kann er dann per App einchecken. Der Zugbegleiter bekommt dann auf seinem Gerät angezeigt, dass er den Reisenden nicht mehr kontrollieren muss.

Fahrgastverband Pro Bahn kritisiert Rückzug aus der Fläche

"Service mit Mehrwert statt Ticketkontrolle" preist die DB ihr neues Check-In-Verfahren als gastfreundlich an. Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn nennt das neue System ein "Schmankerl" für wenige, nämlich Reisende, die häufig mit dem ICE unterwegs sind und online buchen.

"Man muss aber auch sehen, dass die Deutsche Bahn den Ticketverkauf immer stärker ins Internet verlagert und Verkaufsstellen für Tickets schließt", sagt Ebbers. Er kritisiert, dass dadurch vor allem ältere Kunden auf der Strecke blieben.

Gewerkschaft der Lokführer fürchtet Stellenabbau

Die Lokführer können sich durchaus vorstellen, dass das neue Modell für Fahrgästen Vorteile hat. Sie befürchten aber, das es langfristig zu einem Stellenabbau im Ticketverkauf führen könnte, so Harald Vorhauer, der stellvertretende Bezirksvorsitzender der GdL in NRW. Eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn betont dagegen, Stellenabbau sei nicht geplant.

Stand: 23.05.2018, 16:00