AWO steigt aus Ganztagsbetreuung in Dortmund aus

AWO steigt aus Ganztagsbetreuung in Dortmund aus 00:49 Min. Verfügbar bis 02.04.2020

AWO steigt aus Ganztagsbetreuung in Dortmund aus

  • Dortmunder AWO nimmt an Ausschreibung nicht teil
  • Acht Schulen benötigen einen neuen Träger
  • Auch an anderen Schulen herrscht Verunsicherung

Die AWO organisiert an acht Dortmunder Gymnasien, Real- und Hauptschulen die Nachmittagsbetreuung. Damit ist nach dem Sommer Schluss. Das hat AWO-Geschätfsführer Andreas Gora dem WDR am Dienstag (02.04.2019) bestätigt.

AWO steigt zum Sommer aus

Die Mitarbeiter unterstützen Schüler bei den Hausaufgaben, beaufsichtigen Mensen oder organisieren Nachmittagsangebote wie Theater-AGs oder Sport. "Wir machen das bislang mit Honorarkräften und können nicht nachvollziehen, dass solche kleinen, einfach organisierten Maßnahmen sich einem Wettbewerb stellen müssen." Der Aufwand dafür sei viel zu hoch. Deshalb ziehe sich die AWO zurück.

Kritik am Vorgehen der Stadt

Gora bezweifelt außerdem, dass eine Ausschreibung überhaupt rechtlich zwingend ist. Dem widerspricht die Schuldezernentin der Stadt Dortmund Daniela Schneckenburger: "Wir haben das durch unser Rechtsamt prüfen lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es keine Alternativen gibt." Andere Städte, wie Hagen und Essen, sehen aktuell allerdings keine Notwendigkeit, diese Aufgabe auszuschreiben.

Offener Ganztag? Nicht so einfach

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 03.04.2019 03:22 Min. Verfügbar bis 02.04.2020 WDR 5 Von Lars FaulenbachLars Faulenbach

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Klarheit frühestens im Juli

Für die 41 Schulen und die Träger der Ganztagsbetreuung bedeutet das Ungewissheit bis kurz vor den Sommerferien. Erst dann wird klar sein, wer die Betreuung im neuen Schuljahr übernimmt.

Außerdem haben sie viel Arbeit. Die Träger müssen ihre Unterlagen für das Ausschreibungsverfahren zusammenstellen und viele Schulen suchen nach einer Möglichkeit, wie sie die bisherige Betreuung beibehalten können.

Stadt verspricht Schulen Hilfe

Für die acht Schulen, welche die AWO bislang betreut hat, kommt das nicht in Frage. Hier verspricht die Stadt Dortmund Unterstützung. Sie will prüfen lassen, ob die Betreuungskräfte möglicherweise von einem neuen Träger übernommen werden können.

Stand: 03.04.2019, 07:49

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Hartmut Elling 03.04.2019, 16:44 Uhr

    Da stimmt was nicht. Ich glaube nicht an die Notwendigkeit einer Ausschreibung, schon gar nicht EU-weit. Die EU liegt mir so oder so quer im Magen, daher habe mal etwas rumgesurft. Laut EU-Richtlinie müssen Dienstleistungen ab einem Schwellenwert von 200.000 ECU ausgeschrieben werden, an einer anderen Quelle habe ich einen Schwellenwert von 221.000 Euro gefunden. Der Haushaltsplan der Stadt Dortmund steht im Internet. Für „Sicherung einer verläßlichen schulischen Betreuung über den Unterricht hinaus“ steht als Planansatz 2019 ein Betrag von 11.550 Euro. Danach wäre man weit von einer Ausschreibungspflicht entfernt. Andere Städte sehen die Notwendigkeit ja auch nicht. Ich bin mir nicht sicher aber nach meinem Bauchgefühl müssten die Zahlen ungefähr passen, selbst wenn ich da etwas übersehen habe. Das sollte sich aber mal jemand ansehen, der mehr Fachkenntnis als Bauchgefühl hat.

  • 5 Hartmut Elling 03.04.2019, 14:31 Uhr

    Laut Meldung vom 27.03.2019 muss das eine Ausschreibung in ganz Europa sein. Wie wärs mit DEXIT? (Dortmund, Exit). Mir fehlt wirklich jedes Verständnis für die EU. Wir könnten mit den Briten ja eine neue EWG gründen; die hat mal den Wohlstand aufgebaut, den die EU Schritt für Schritt wieder abbaut. Ein gute Einstimmung für die EU-Wahl im Mai.

  • 4 Witti 03.04.2019, 14:02 Uhr

    Und das alles auf Kosten der Kinder. Unglaublich Ausschreibung

  • 3 Angela Hoppe 03.04.2019, 13:06 Uhr

    Das kommt dabei raus, wenn eine gut bezahlte Dezernentin sich hinter dem Rechtsamt versteckt, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen. Ein Hauptübel unserer Zeit. So entstehen Bürokratiemonster.

  • 2 ??? 03.04.2019, 12:06 Uhr

    Was kommt bei einer Ausschreibung heraus? Der billigste "Anbieter" wird genommen. Warum kann der billig sein? Weil er seine Beschäftigten schlechter bezahlt als die Konkurrenten. Das ist nicht immer so, aber meistens.

  • 1 vvv 03.04.2019, 11:36 Uhr

    Willkommen in der uns von der Politik beschworenen Bildunsoffensive .

    Antworten (1)
    • vvv 03.04.2019, 12:22 Uhr

      Sorry , habe in meinem Kommentar (11.36Uhr) die "jammernde Wirtschaft" vergessen !