Nach Todesfahrt in Bushaltestelle: Fahrer in Psychiatrie

beschädigtes Auto rechts vor beschädigter Bushaltestelle

Nach Todesfahrt in Bushaltestelle: Fahrer in Psychiatrie

  • Auto kracht in wartende Menge
  • Eine Frau starb, sechs Verletzte
  • Hinweise auf Suizidversuch
  • Täter in die Psychiatrie eingewiesen

Ein Autofahrer ist am Donnerstagnachmittag (20.12.2018) in Recklinghausen in eine Gruppe wartender Menschen an einer Bushaltestelle gerast. Mindestens sechs Personen wurden verletzt, eine 88-jährige Frau dabei so schwer, dass sie später starb. Die Verletzten kamen in Krankenhäuser, darunter auch der 32-jährige Fahrer aus Herten.

Noch bevor die Krankenwagen eintrafen, wurden die Verletzten von Mitarbeitern einer benachbarten Kieferorthopädie-Praxis erstversorgt. Auch das Team eines zufällig anwesenden Streifenwagens half sofort.

Polizei geht Hinweisen auf Suizidversuch nach

Inzwischen gebe es erste Hinweise, dass sich der 32-jährige Fahrer umbringen wollte, so eine Sprecherin der Polizei Recklinghausen. Denen geht sie jetzt nach. "Wir ermitteln die Hintergründe und können noch nichts ausschließen", sagte eine Polizeisprecherin. Der Mann wurde noch am Donnerstagabend im Krankenhaus festgenommen. Ein Richter hat angeordnet, ihn in der Psychiatrie unterzubringen.

So soll der Fahrer auf einer Straße stadtauswärts unterwegs gewesen sein, als er in die Gegenfahrbahn kreuzte. Dort fuhr er in die an einem Bushäuschen wartende Menge.

Zeugen stehen noch unter Schock

Spezialisten der Polizei untersuchen die Unfallstelle auf genaue Hinweise. Mehrere Zeugen stehen noch unter Schock und werden vor Ort betreut.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Frau am Schreibtisch mit Computermonitor

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link:

Stand: 21.12.2018, 15:31