Auto-Attacke von Silvester: Psychiatrie beantragt

Tat in Bottrop

Auto-Attacke von Silvester: Psychiatrie beantragt

  • 50-Jähriger soll in die Psychiatrie
  • Landgericht muss noch entscheiden
  • Ermittler gehen von zwölffachem Mordversuch aus

Der 50-Jährige, der in der Silvesternacht mit seinem Auto Feiernde in Bottrop und Essen attackiert haben soll, ist einem Gutachten zufolge schuldunfähig. Die Staatsanwaltschaft Essen hat deshalb die in einer geschlossenen Psychiatrie beantragt, wie die Ermittler am Montag (15.04.2019) bestätigten.

Versuchter Mord in zwölf Fällen

Über den Antrag muss das Landgericht Essen in einem Sicherungsverfahren entscheiden. Der mutmaßliche Täter ist zurzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. In ihrer Anklageschrift wertet die Staatsanwaltschaft die Tat als versuchten Mord und vollendete beziehungsweise versuchte gefährliche Körperverletzung in zwölf Fällen. Mindestens vierzehn Personen seien bei den Attacken körperlich verletzt worden, eine Frau habe schwere Verletzungen erlitten.

Der "Spiegel" hatte bereits am Freitag berichtet. Bei dem 50-Jährigen, der mit seinem Auto gezielt Menschen über- und angefahren habe, bestehe ein hohes Rückfallrisiko, hieß es. Er habe geglaubt, einer Eingebung zu folgen und einen Auftrag erfüllen zu müssen: Deutschland von Menschen "zu reinigen", die er für Ausländer hielt.

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WDR 2 02.01.2019 03:00 Min. WDR 2

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Offenbar keine Verbindungen des Mannes in die rechtsextreme Szene

Der Mann soll seinen Wagen in der Silvesternacht in Bottrop und in Essen mehrfach in Gruppen Feiernder gesteuert haben. Die meisten von ihnen stammten aus Syrien und Afghanistan. Verbindungen des Mannes in die rechtsextreme Szene fanden die Ermittler laut "Spiegel" nicht, allerdings einige Dateien mit rechtsextremem Hintergrund. Erste Aussagen des gelernten Fensterputzers hatten auf Rassismus als Tatmotiv gedeutet.

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WDR 5 Morgenecho - Interview 02.01.2019 05:58 Min. WDR 5

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Stand: 15.04.2019, 17:56

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