Streikende Auszubildende der Unikliniken ziehen durch Essen

Azubis der Unikliniken streiken - Kundgebung in Essen

Stand: 19.05.2022, 13:44 Uhr

Hunderte Auszubildende der NRW-Unikliniken haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt. In Essen zog ein Demonstrationszug durch die Stadt. Verdi hatte zum Streik aufgerufen.

Mit Trillerpfeiffen, Megafon und Plakaten haben etwa 400 Azubis in der Essener Innenstadt auf sich aufmerksam gemacht. Sie wollen mehr Entlastung. Denn der Arbeitsdruck auf den Stationen der Unikliniken ist hoch, sagen sie.

Verdi fordert mehr Personal an den Unikliniken

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Personalmangel in den sechs Unikliniken. Viele der 3.500 Azubis in NRW fühlen sich nicht richtig angeleitet, weil Personal fehlt. Dadurch können sie auch nicht richtig lernen und sich in der Pflege nicht ausreichend um Patienten kümmern. "Wir sind deutlich zu Wenige auf Station", sagt Elene, die in Essen eine Ausbildung in der Pflege macht.

"Jeden Tag sieht man das, wir sind unterbesetzt. Wir können unsere Pflege nicht richtig durchsetzen, so wie wir die gerne machen würden, weil wir mehr eingesetzt werden als Vollkraft, das kann so eigentlich nicht gehen." Und eben das könne eigentlich nicht funktionieren, so die junge Frau, weil sie schließlich aktuell noch dort sei, um etwas zu lernen. Das sei für sie der Grund, warum sie sich heute an dem Streik in Essen beteiligt.

Azubis untersützen damit auch andere Kollegen

Azubis der Unikliniken streiken - Kundgebung in Essen

Auf dem T-Shirt einer streikenden Person steht Ein Herz für Azubis geschrieben

Am Morgen hatten sich die Teilnehmer bereits zu einer Kundgebung an der Uniklinik versammelt. Die Auszubildenden unterstützen mit dem Streik auch die Mitarbeitenden der Unikliniken, die einen Entlastungstarifvertrag fordern.

Wegen der Kundgebung hatte die Polizei Essen Fahrbahnbereiche und Parkplätze vor der Uniklinik abgesperrt. Die Zufahrten zu den Notaufnahmen wurden freigehalten. Durch den Demonstrationszug ist auch in der Innenstadt mit Einschränkungen im Verkehr und ÖPNV zu rechnen.

Über dieses Thema berichten wir heute Vormittag in der WDR Lokalzeit Rhein Ruhr auf WDR2.