Dortmund: Mittelalterliche Strebpfeiler entdeckt

Baustellengraben mit Spreizwänden und einer alten Steintreppe

Dortmund: Mittelalterliche Strebpfeiler entdeckt

Bei Kanalbauarbeiten am Schwanenwall haben Bauarbeiter zwei gut erhaltene, mittelalterliche Strebpfeiler freigelegt. Sie haben damals die alte Stadtmauer gestützt, die sich am Wall entlang zog.

Stadtarchäologe Ingmar Luther ist von dem Fund begeistert. Von solch wuchtigen Abstützungen der Dortmunder Stadtmauer hatte er bisher nichts geahnt. Sie ähneln einer Treppe aus Steinen, von denen jeder 300 bis 400 Kilo wiegt. "Das wurde meistens gemacht, wenn der Untergrund der Mauer nicht richtig tragfähig, zum Beispiel matschig war", erklärt Luther.

Stein mit Markierungen

Die Strebpfeiler tragen noch Marken der Steinmetze

Die Konstruktion stammt vermutlich aus dem 13. oder 14. jahrhundert. Das bezeugen Symbole auf den Blöcken, die die Steinmetze hinterlassen haben. Denn sie wurden steinweise bezahlt. Die Archäologen wollen nun die Namen rausfinden. "Es wäre wunderbar, wenn wir anhand dieser Markierungen die Menschen identifizieren könnten", sagt Grabungsleiterin Noelia Madrigal. "Aber das ist natürlich eine unglaubliche Recherche."

Am Montag morgen erst haben die Bauarbeiter ein paar Meter weiter einen weiteren Teil der Stadtmauer freigelegt. Mehr Strebpfeiler haben sie aber nicht gefunden. - Einige neue Abwasserohre sind bereits verlegt - wie geplant, am Rand der alten Stadtmauer in vier Metern Tiefe. Trotz der neu gefunden Strebpfeiler.

Stand: 30.08.2021, 18:36