Nach Plakat-Aktion: Dortmunder hat Job gefunden

Thomas Kurth vor einem seiner Plakate

Nach Plakat-Aktion: Dortmunder hat Job gefunden

Thomas Kurth ist 57 Jahre alt und war monatelang auf Jobsuche. Mit einer kreativen Plakataktion hatte er im April 2020 auf sich aufmerksam gemacht.

Der Dortmunder war arbeitslos und suchte einen neuen Job im Vertrieb - seine ausführliche Bewerbung stand auf mehreren Plakaten im Dortmunder Stadtgebiet. Jetzt hat er einen neuen Arbeitsplatz gefunden - allerdings ganz traditionell durch die Vermittlung der Agentur für Arbeit.

100 Bewerbungen und kein Bewerbungsgespräch

Der Dortmunder Thomas Kurth (57) war seit Dezember 2019 auf Jobsuche. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann hatte seinen langjährigen Job verloren. Fast 100 Bewerbungen hatte er geschrieben und war nicht zu einem einzigen Vorstellungsgespräch eingeladen worden. Zusammen mit Freunden hatte er dann ein Plakat entworfen, das an drei Stellen im Dortmunder Stadtgebiet hing.

Irgendwie müsse er sich ja möglichen Arbeitgebern präsentieren, sagte Kurth. Bei herkömmlichen Bewerbungen falle er wahrscheinlich wegen seines Alters durch das Raster.

Wie der Menschen über 50 eingestellt

Dabei hat Kurth viel zu bieten, 35 Jahre Erfahrung im internationalen technischen Vertrieb zum Beispiel. So ein Knowhow sei aber auch teuer, sagt Meike Ströhmer vom Dortmunder Weiterbildungsinstitut WBI.

Viele Firmen würden aber mittlerweile merken, dass sie „Wissen, welches rausgekündigt wird, später wieder einkaufen müssen.“ Das führe zu einem Umdenken und es würden auch wieder mehr Menschen über 50 Jahren eingestellt.

Alternative Bewerbungsformen ausprobieren

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise, rät Ströhmer aber gerade älteren Arbeitssuchenden zu alternativen Bewerbungsformen. Etwa einem kurzen Bewerbungsvideo oder einem Podcast. Das seien in diesem Jahr wahrscheinlich sowieso die gängigsten Bewerbungsformen, weil es wegen des Coronavirus kaum noch Präsensbewerbungsgespräche geben werde. Auch eine Plakatanzeige, wie sie Herr Kurth entworfen hat, sei eine Alternative.

Bewerbungstraining von der Agentur für Arbeit

Die ist aber nicht ganz günstig: für die drei Werbeflächen hatte der Dortmunder etwa 1.200,- Euro bezahlt, aus der eigenen Tasche. Für ein Bewerbungstraining, bei dem er sich zum Beispiel ein Xing-Profil erstellen konnte, hat Kurth einen Gutschein von der Agentur für Arbeit bekommen. Nach einer Woche hatten sich immerhin einige Firmen bei ihm gemeldet.

Stand: 30.10.2020, 19:21