Antibiotikapass für Kinder in Gelsenkirchen

Antibiotika - mehrere bunte Pillen, mittendrin ein Thermometer mit Anzeige knapp unter 40 Grad

Antibiotikapass für Kinder in Gelsenkirchen

  • Kinderklinik führt Antibiotikapass ein
  • Maßnahme gegen multiresistente Erreger
  • Auch Eltern sollen sensibilisiert werden

Die Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen geht beim Einsatz von Antibiotika neue Wege. Sie hat einen Pass für Patienten entwickelt, der die Einnahme von Antibiotika überwacht und so die Ausbreitung multiresistenter Erreger verhindern soll.

Kontrolle über Einnahmen

Keime, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft, breiten sich auch bei Kindern immer mehr aus. Zur Bekämpfung bakterieller Infekte, wie zum Beispiel Nierenbeckenentzündungen, werden Antibiotika aber dringend gebraucht.

Mädchen beim Kinderarzt

Pass soll bessere Kontrolle für die Kinderärzte bieten

Mit dem Pass soll dokumentiert werden, wann ein Kind bestimmte Antibiotika genommen hat. Damit könne dann eine übermäßige Einnahme der Medikamente verhindert werden, so Kinder- und Jugendarzt Thomas Wollbrink. Früher habe man das Antibiotikum verabreicht - im Idealfall habe es geholfen, und falls nicht, sei es auch nicht schlimm gewesen.

Umdenken bei Medizinern

"Von der Einstellung sind wir mittlerweile weg", so Wollbrink weiter. "Wir wissen, dass eine nicht-gerechtfertigte Antibiotikatherapie dem Patienten durchaus Nachteile bringen kann." Denn auf diese Weise würden multiresistente Erreger entstehen, die dann langfristig für die Gesellschaft ein Problem werden könnten.

Gegen diese Keime wirken Antibiotika nicht mehr. Um dem entgegenzuwirken, will die Gelsenkirchener Klinik nun den Pass einführen, der dann nicht nur als Kontrolle für die Ärzte gilt, auch Eltern sollen so für einen verantwortungsvollen Umgang sensibilisert werden.

Stand: 13.02.2018, 15:23