Apotheker-Skandal: Mitarbeiterinnen angeklagt

Apotheker holt Medikamente aus Schrank in einer Apotheke

Apotheker-Skandal: Mitarbeiterinnen angeklagt

Im Apothekerskandal um gepanschte Krebsmedikamente gibt es jetzt zwei weitere Anklagen. Auch zwei Mitarbeiterinnen des Bottroper Apothekers Peter S. sollen Chemotherapien unterdosiert haben. Das hat die Essener Staatsanwaltschaft am Dienstagmittag (22.10.2019) bekanntgegeben.

Die beiden Frauen sollen als pharmazeutisch-technische Assistentinnen einen Teil der gestreckten Krebsmedikamente zubereitet haben. Bei einer Durchsuchung im November 2016 waren stark unterdosierte Infusionen sichergestellt worden. Diese waren mit den Kürzeln und Kennungen der beiden Frauen versehen.

Frauen sollen sich für 20 Fälle verantworten

Einer 34-jährigen pharmazeutisch-technischen Assistentin wird in zwei Fällen bandenmäßiger Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz vorgeworfen. Ihre 60-jährigen Kollegin muss sich für 18 Fälle verantworten. Beide schweigen zu den Vorwürfen, so die Staatsanwaltschaft.

Der ehemalige Chef der beiden Frauen war 2018 bereits zu einer Gefängnisstrafe von zwölf Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, weil der Pharmazeut Revision eingelegt hatte. Er soll durch das Strecken tausender Krebsmedikamente einen zweistelligen Millionenbetrag erwirtschaftet haben.

Prozess gegen den Bottroper Apotheker Aktuelle Stunde 13.11.2017 02:30 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR

Stand: 22.10.2019, 13:38