Baby in Müllsack: Anklage gegen Mutter

Kierspe Baby

Baby in Müllsack: Anklage gegen Mutter

  • Eine Mutter aus Kierspe soll ihr Baby auf den Müll gelegt haben
  • Kind wurde unterkühlt aufgefunden
  • Staatsanwaltschaft Hagen erhebt Anklage

Sie soll ihr Kind heimlich zur Welt gebracht und das Neugeborene in einem verknoteten Müllsack neben dem Haus entsorgt haben: Wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung hat die Staatsanwaltschaft Hagen nun Anklage gegen eine Mutter aus dem sauerländischen Kierspe erhoben.

Baby lebte

"Ich gehe davon aus, dass sie gemerkt hat, dass das Kind lebte, als sie es dort abgelegt hat", sagte der ermittelnde Staatsanwalt Bernd Haldorn der Deutschen Presse-Agentur. Das Kind war demnach mit einer Körpertemperatur von nur noch 31 Grad Celsius gefunden worden und drohte zu sterben.

Heimliche Geburt

Den Ermittlungen zufolge soll die Frau ihre Schwangerschaft vor ihrem Verlobten und Kindsvater verborgen und das Mädchen schließlich im Juni ohne Unterstützung im heimischen Badezimmer zur Welt gebracht haben. Kurz darauf soll sie das Baby in Handtücher gewickelt und in einem Müllsack in den Garten gelegt haben - zusammen mit dem Hausmüll.

Motiv unklar

In einer ersten Befragung hatte die Frau ihr Vorgehen mit Ängsten erklärt, sich später aber nicht mehr zu den Vorwürfen geäußert. "Zum Motiv kann ich deshalb nichts sagen", sagte der Staatsanwalt. Anhaltspunkte, dass die Frau vermindert schuldfähig sei, habe er jedenfalls nicht. Die Frau lebte mit ihrem Verlobten und einer gemeinsamen einjährigen Tochter zusammen.

Stand: 18.08.2019, 15:39