Mordprozess gegen Hilfspfleger gestartet

Spritze mit Insulin

Mordprozess gegen Hilfspfleger gestartet

  • Mann soll fünf Menschen ermordet haben
  • 91-jähriger Mülheimer nach Behandlung im Koma
  • Prozess in München begonnen

Ein Hilfspfleger soll mehrere pflegebedürftige Senioren mit Insulin zu Tode gespritzt haben. Auch ein 91-jähriger Mülheimer soll dadurch in eine lebensbedrohliche Lage gekommen sein. In München hat am Dienstagmorgen (26.11.2019) der Mordprozess gegen den polnischen Altenbetreuer begonnen.

Tochter schöpfte Verdacht

Der Altenbetreuer war erst seit einem Tag bei dem 91-jährigen eingesetzt, der an Parkinson und Herzinsuffizienz litt. Dennoch sei er recht lebensfroh und aktiv gewesen, berichtet seine Tochter. Doch an dem betreffenden Tag im Mai 2017 habe sich das plötzlich verändert.

"Nachmittags war ich noch bei ihm, er war ansprechbar und hat über das Mittagessen erzählt", berichtet die Tochter, Karin Wischmann-Schoofs. Nur zwei Stunden später habe ihr Bruder den Senior im Koma vorgefunden: "Er lag zitternd und mit verdrehten Augen im Bett."

Die Untersuchung ergab: Er war lebensbedrohlich unterzuckert. Wochen später starb der Rentner. Seine Tochter schöpfte Verdacht: "Jedem, dem wir davon erzählten, meinte zu uns, da müsse Insulin im Spiel sein." Die Geschwister zeigten darauf den Betreuer an.

Ermittlungspannen bei der Polizei

Die Essener Polizei nahm keine Ermittlungen auf. Danach räumte der Polizeipräsident Fehler ein. Beamte wurden suspendiert. Erst acht Monate später wurde der 36-jährige Verdächtige in Bayern nach einem Todesfall verhaftet. In der Zwischenzeit soll er fünf Menschen ermordet haben.

"Mein Wunsch wäre, dass dieser Mensch nie mehr in Freiheit kommt, um keinem anderen Menschen mehr Schaden zuzufügen", sagt Karin Wischmann-Schoofs zu Beginn des Prozesses. Dieser wird voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres dauern.

Stand: 26.11.2019, 17:31