Amazon wirbt in Dortmund für Betriebsratswahlen

großflächiges Hinweisschild auf Betriebsratswahl vor Amazon-Laher

Amazon wirbt in Dortmund für Betriebsratswahlen

Von Kay Bandermann

  • Amazon-Beschäftigte in Dortmund wählen Betriebsrat
  • Gewerkschaft Verdi vermutet taktisches Manöver
  • Unternehmen bestreitet Einflussnahme

Die Beschäftigten des neuen Amazon-Lagers in Dortmund wählen Ende Juni erstmals einen Betriebsrat – und zwar auf Initiative ihres Arbeitgebers. Die Gewerkschaft Verdi vermutet dahinter ein taktisches Manöver.

Rechtsbeistand für Beschäftigte

Die Gewerkschafter von Verdi staunten zuerst nicht schlecht, als Amazon seine 1.600 Beschäftigten im März zu einer Betriebsratswahl aufrief. Als rechtlichen Beistand bot das Unternehmen sogar die Dienste eines Juristen vom Arbeitgeberverband an.

Verdi stellt eigene Kandidaten auf

Aus Verdi-Sicht ist das eine Finte. Nachdem Amazon andernorts immer wieder Zoff mit den Arbeitnehmervertretern hatte, wolle das Unternehmen in Dortmund möglicherweise von Anfang an einen "arbeitgeberfreundlichen" Betriebsrat initiieren, so die Vermutung von Verdi. Um das zu verhindern, tritt Verdi mit eigenen Kandidaten an.

Amazon will keinen Einfluss nehmen

Amazon selbst bestreitet die Darstellung der Gewerkschaft. Die Initiative zur Wahl eines Betriebsrates sei aus der Belegschaft gekommen.

Mit Betriebsräten habe man gute Erfahrungen gemacht, deshalb unterstütze das Unternehmen die bevorstehende Betriebsratswahl. Dazu sei Amazon auch gesetzlich verpflichtet, so Standortleiter Lars Krause. Anders als von verdi befürchtet, werde man aber keinen Einfluss auf Kandidaten oder Gewerkschaften ausüben.

Stand: 22.05.2018, 11:26