Zeitarbeiter ausgeschlossen: Unruhe im Aluwerk Unna

Blick in eine Produktionshalle

Zeitarbeiter ausgeschlossen: Unruhe im Aluwerk Unna

Von Kay Bandermann

  • Chinesische Eigentümer greifen durch
  • 150 Zeitarbeiter ausgeschlossen
  • Langjähriger Chef abgesetzt

Von vorweihnachtlicher Ruhe kann im Aluminiumwerk in Unna keine Rede sein. 150 Zeitarbeiter wurden am Freitag 21.12.2018) vom Werksgelände ausgeschlossen – das ist ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in der Produktion. Warum sie nicht zur Arbeit gehen dürfen, ist noch unklar: Möglicherweise wurden ihre Zeitverträge nicht verlängert. Perspektivisch sollen laut Vorstand aber viele von ihnen übernommen werden.

Außerdem bekam Chef Thomas Wiese, der langjährige starke Mann bei "ALUnna", den Stuhl vor die Tür gesetzt. Bei einer Aktionärsversammlung im Januar 2019 soll der 52-Jährige abberufen werden.

Neueinstellungen geplant

Die chinesischen Eigentümer hatten im September 2017 das Werk gekauft und Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro angekündigt. Das Programm liege vorerst auf Eis. Langfristig wolle "ALUnna" aber wieder wachsen, bestätigte der neue Vorstand Lothar Findeisen am Donnerstag (20.12.2018) dem WDR. Deshalb sollen auch 100 der 150 Zeitarbeiter in die Stammbelegschaft wechseln und weitere Fachkräfte eingestellt werden.

Chinesische Eigentümer unzufrieden

Offenkundig haben die chinesischen Eigentümer der Zhongwang-Gruppe durchgegriffen. Das Werk war jahrelang profitabel. Es schreibt mit seinen nahtlos gezogenen Spezial-Rohren derzeit allerdings Verluste. Das liege an dem ständig härteren Wettbewerb, sagt Findeisen. Wichtige Abnehmer von ALUnna sind die Luft- und Raumfahrtindustrie, aber auch die Autobranche.

Stand: 21.12.2018, 06:46