Staatsschutz ermittelt nach Brand von AfD-Autos in Essen

AfD-Wahlfahrzeuge in Essen ausgebrannt

Staatsschutz ermittelt nach Brand von AfD-Autos in Essen

  • Drei Werbefahrzeuge der AfD ausgebrannt
  • Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus
  • AfD reagiert in sozialen Netzwerken
  • Zufällig Drogenplantage entdeckt

Im Essener Stadtteil Holsterhausen sind in der Nacht zu Donnerstag (18.04.2019) drei Autos komplett ausgebrannt. Die Kleinwagen waren mit AfD-Werbung für die kommende Europawahl beklebt. Die Brandursache ist zwar noch unklar. Die Polizei geht aber von einer politisch motivierten Tat aus. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Fahrzeuge waren in einem Hinterhof in einem Gewerbegebiet abgestellt. Durch den Brand der Fahrzeuge ist an einem angrenzenden Gebäude ein leichter Sachschaden entstanden. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen, die verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Münchener Straße gesehen oder beobachtet haben.

Partei verurteilt Brände

AfD-Wahlfahrzeuge in Essen ausgebrannt

Die Alternative für Deutschland reagierte zuerst schriftlich in sozialen Netzwerken. "Sieht so das argumentative Stellen unserer Partei aus?" Sven W. Tritschler, der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion, forderte in einem Tweet an NRW-Innenminister Herbert Reul, linken Terror konsequent zu bekämpfen. Er solle Chancengleichheit und Grundrechte sicherstellen.

AfD fordert Konsequenzen

Thomas Röckemann, Landessprecher der AfD-NRW äußerte sich am Donnerstag (18.04.2019) ebenfalls zu dem Vorfall. "An AfD-Mitglieder und Funktionäre appelliere ich, jede Straftat fortan anzuzeigen. Das Beschmutzen oder Entfernen unserer Wahlplakate, die Einschüchterung von Wirten oder die Beleidigung an Infoständen sollen fortan rigoros gemeldet werden".

Drogenplantage auf Gelände entdeckt

Während der Ermittlungen zu dem Brand der drei Wagen hat die Polizei durch Zufall eine Drogenplantage entdeckt. Sie befand sich in dem angrenzenden Gebäude.

Wie die Polizei am Mittwoch (24.04.2019) mitteilte, sieht sie keine Zusammenhänge zwischen den brennenden AfD-Autos und der gefundenen Drogenplantage. Die Ermittlungen zu den beiden Fällen laufen unabhängig voneinander.

Polizei sucht nach Mieter aus Südosteuropa

Mittlerweile hat die Polizei den Mieter der Wohnung ermittelt. Der Mann aus Südosteuropa hatte vor einem Jahr die Wohnung angemietet.

Die 1.500 Cannabis Pflanzen, die die Polzei gefunden hat, haben einen Wert von einigen hunderttausend Euro. Die Polizei geht davon aus, dass die Plantage seit Mietbeginn eine Summe im siebenstelligen Bereich eingebracht haben soll.

Laut Polizei wurden die Plantagen regelmäßig besucht und gepflegt. Deswegen glaubt sie, dass Nachbarn in den letzten Monaten wichtige Beobachtungen gemacht haben könnten und hofft auf Hinweise.

Stand: 18.04.2019, 15:09

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