Essen: Forderungen nach Ende von Corona-Glockengeläute an Kirchen

Eine Kirchenglocke.

Essen: Forderungen nach Ende von Corona-Glockengeläute an Kirchen

  • Kritik an Extra-Läuten in Corona-Zeit
  • Anwohner: Zu viel und zu laut
  • Gemeinde: Wichtiges Zeichen der Solidarität

In Essen denken katholische und evangelische Kirchengemeinden darüber nach, ihr Extra-Glockengeläut in der Corona-Zeit zu beenden. Einige Anwohner fühlen sich inzwischen gestört.

Laut trotz Doppelverglasung

Anwohnerin Vera Tolxdorff aus Essen-Werden sagte am Donnerstag (09.07.2020) dem WDR, dass sie extrem genervt von dem Läuten in ihrer Gemeinde sei: "Es gibt Trauerbimmeln, das ganz normale 'Kommt in die Kirche-Bimmeln' und jetzt noch das Corona-Bimmeln."

Auch die evangelische Gemeinde im Stadtteil Werden lässt seit der Corona-Zeit ihre Glocken jeden Abend um 19 Uhr erklingen. Zu viel für die Anwohnerin: "Trotz Doppelverglasung versteht man kaum noch sein eigenes Wort. Das sehe ich als eine Übernahme des öffentlichen Raums, die der Kirche nicht zusteht."

Gemeinde möchte an Glockengeläut festhalten

Die kritisierte Kirchengemeinde sieht das anders. Das Läuten sei ein Zeichen der Solidarität in dieser schwierigen Zeit und eine Möglichkeit, inne zu halten. Dem stimmen auch viele Anwohner zu, die unsere Reporterin vor Ort traf.

Da die Diskussion um das Glockenläuten bei den Anwohnern doch recht kontrovers ist, will die evangelische Kirchengemeinde Essen-Werden nun beraten, ob sie die Extra-Glockenschläge demnächst zumindest zeitweise wieder einstellt.

Stand: 10.07.2020, 11:24