Adlon-Investor will Milliarden-Entschädigung

Anno August Jagdfeld

Adlon-Investor will Milliarden-Entschädigung

Von Kay Bandermann

  • Komplott-Vorwurf gegen Signal-Iduna
  • Jagdfeld sieht seinen Ruf gefährdet
  • Vorstands-Chef streitet Vorwürfe ab
  • Zeugen-Marathon vor dem Landgericht

In einem komplexen Zivilprozess vor dem Dortmunder Landgericht will der Aachener Immobilien-Investor Anno August Jagdfeld (71) seinen Ruf wiederherstellen und mehr als eine Milliarde Euro Schadensersatz von der Signal-Iduna kassieren. Er hält die Dortmunder Versicherung für den Drahtzieher einer Kampagne gegen ihn.

Vorstandschef hält Vorwürfe für "absurd"

Am Dienstag (13.02.2018) hat der Vorstandschef der Signal Iduna-Versicherung Ulrich Leitermann vor Gericht ausgesagt. Die Signal Iduna-Versicherung habe keine Rufmordkampagne gegen den Aachener Immobilien-Unternehmer Jagdfeld betrieben. Entsprechende Vorwürfe bezeichnete der Vorstandschef als "absolut absurd".

Leitermann machte klar: Eine 5-Millionen-Euro Beteiligung ist für eine Versicherung mit 12.000 Beschäftigten und 40 Milliarden Anlagekapital eine Nebensache. Und deshalb auch zu unbedeutend, als dass man gegen den Fondsbetreiber Anno August Jagdfeld eine Kampagne mache. Zudem hätte man 2009 größere Probleme gehabt als die kleine Adlon-Beteiligung - zum Beispiel die Folgen der Banken- und Euro-Krise.

Klage von Adlon-Anlegern war gescheitert

Jagdfeld gründete einen Investmentfonds für den Bau und Besitz des berühmten Adlon-Hotels hinter dem Brandenburger Tor. Als die Rendite hinter den Versprechungen zurückblieb, kam der Verdacht auf, Jagdfeld begünstige seine Frau und andere Familienmitglieder mit Aufträgen - zum Schaden des Adlon-Fonds.

2009 gründete sich deshalb eine Schutzgemeinschaft von Adlon-Anlegern. Auch die Signal-Iduna, die mit fünf Millionen Euro am Adlon beteiligt ist, machte mit. Gemeinsam wollten sie Anno August Jagdfeld aus dem Fonds drängen. Dieser Versuch scheiterte. Die Schutzgemeinschaft löste sich wieder auf.

Signal-Iduna Vorstände im Zeugenstand

Anno August Jagdfeld will die Sache - trotz seines Alters - nicht auf sich beruhen lassen. Seine Anwälte arbeiteten mehr als 1.000 Seiten Korrespondenz und Protokolle aus dieser Zeit durch. Sie wollen beweisen, dass die Signal-Iduna hinter dem Feldzug gegen Jagdfeld steckt.

Insgesamt müssen zwölf Beteiligte als Zeugen erscheinen - darunter mehrere ehemalige und aktuelle Vorstände der Versicherung.

Stand: 14.02.2018, 13:38