Hilfe gegen Antisemitismus und Rassismus in Dortmund

Drei Aktive gegen Diskriminierung in den Räumen von ADIRA

Hilfe gegen Antisemitismus und Rassismus in Dortmund

Von Christof Voigt

Die Anlaufstelle ADIRA ist in Dortmund bei der jüdischen Gemeinde angesiedelt. Sie bietet professionelle Hilfe an bei jeder Form von Diskriminierung für Menschen in ganz Westfalen-Lippe.

Antisemitismus und Judenfeindlichkeit ist für viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Dortmund Alltag. In trauriger Regelmäßigkeit gibt es hier Anfeindungen aus dem Neonazi-Lager. Aber auch über islamistischer Judenhass oder Verschwörungstheorien, wie sie in der sogenannten Querdenker-Szene kursieren, berichten Gemeindemitglieder.

Die "Antidiskriminierungsberatung und Intervention bei Antisemitismus und Rassismus" ADIRA wurde in Dortmund gegründet, um Betroffene zu stärken. Menschen aus den Regierungsbezirken Arnsberg, Münster und Detmold können sich bei ihr Hilfe holen.

Ältere Gemeindemitglieder haben Angst vor Antisemitismus

"Seit 1700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland", sagt der Vorsitzende der Gemeinde in Dortmund, Zwi Rappoport. Und genau so lange werden Juden schon angefeindet. Heute hätten etwa 20 - 25 Prozent der Bevölkerung antisemitische Einstellungen. Das mache vor allem älteren Gemeindemitgliedern Angst.

Manche von ihnen wollen deshalb keine jüdische Zeitung mehr beziehen, weil sie durch diese Post als Juden erkennbar sein könnten, hat Rappoport beobachtet.

Beratung bei Anzeigen von Angriffen

Das Team von der Anlaufstelle ADIRA versucht Betroffenen immer zuerst zu vermitteln, dass sie nicht persönlich gemeint sind. Und berät wenn nötig auch in juristischen Fragen. Etwa wenn ein judenfeindlicher Spruch oder Angriff angezeigt werden soll.

500 Vorfälle gemeldet bei Antisemitismusbeauftragter NRW

"Judenhass ist ein wachsendes Problem", mahnt auch die Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie habe allein im Jahr 2020 um die 500 Anrufe, Emails oder Briefe bekommen, in denen Vorfälle geschildert wurden.

Judensterne mit Aufschrift "nicht geimpft"

Dazu gehört auch Judenfeindlichkeit, wie sie auf Veranstaltungen der selbsternannten "Querdenker" zu sehen ist, erklären die Aktiven von ADIRA. Etwa, wenn sich die Teilnehmer dort mit Judensternen mit der Aufschrift "nicht geimpft" zeigen. Erreichbar ist die neue Anlaufstelle unter kontakt@adira-nrw.de.


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WDR 5 Diesseits von Eden 29.11.2020 03:16 Min. Verfügbar bis 27.11.2021 WDR 5 Von Bettina Papenfuß


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Stand: 07.04.2021, 16:27