Abellio kündigt noch wochenlange Zugausfälle an

Eine Frau besteigt einen Abellio-Zug.

Abellio kündigt noch wochenlange Zugausfälle an

  • Zugausfälle in "erheblichem Umfang"
  • VRR hatte Betreiber bereits abgemahnt
  • Corona-Krise verschärft Lokführer-Mangel

Personalmangel und viele kranke Lokführer sorgen noch wochenlang für Zugausfälle beim privaten Eisenbahnunternehmen Abellio in NRW. Von Ausfällen in "erheblichem Umfang" seien weiterhin die Linien RE 49, RB 46, die S2, S3 und S9 betroffen, teilte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) am Dienstag (02.06.2020) mit. Vor etwa drei Wochen hatte der VRR den Bahnbetreiber wegen der Mängel abgemahnt.

RE 49 fällt bis Ende des Monats aus

Die Linie RE 49 fällt bis Ende des Monats aus. Stattdessen verkehrt ein Expressbus zwischen Oberhausen und Essen. Wer zwischendrin aussteigen will, muss aber auf andere Bahnverbindungen ausweichen.

Auf der Strecke der S3 setzt Abellio teilweise auf Hilfe eines anderen Eisenbahnunternehmens, mehrere Verbindungen der S2 und RB 40 fallen aber den Angaben zufolge bis Mitte Juli aus.

Keine S-Bahn-Verkehr zwischen Bottrop und Recklinghausen

Anders als geplant ist der S-Bahn-Verkehr auf der Strecke Bottrop nach Recklinghausen erst gar nicht Anfang Mai an den Start gegangen. Fahrgäste müssen hier "bis auf weiteres" verzichten, hieß es.

Abellio begründet die Probleme damit, dass die Coronakrise den akuten Lokführermangel weiter verschärft habe. Weiterbildungen gerieten ins Stocken, zudem seien viele Lokführer erkrankt.

1.700 Lokführer fehlen in den nächsten Jahren

Insgesamt werden nach einer Schätzung des Verkehrsministeriums in NRW in den kommenden fünf Jahren rund 1.700 Zugführer fehlen. Viele gehen in Rente, außerdem verschärfen immer mehr Züge auf der Schiene und Betreiberwechsel die Situation.

Stand: 02.06.2020, 16:33