Nach Unfall auf A40: Haftstrafe für Tanklaster-Fahrer

Stand: 08.02.2022, 13:53 Uhr

Im Prozess um den schweren Lkw-Brand auf der A40 ist jetzt ein Urteil gefallen: Der Fahrer ist zu einer Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Der Lkw-Fahrer gestand bereits zu Prozessbeginn, betrunken gewesen zu sein. Er habe wegen privater Probleme die ganze Nacht vorher durchgetrunken und kaum geschlafen. Der Grund: die Fehlgeburt seiner Freundin vor einigen Wochen. Alkoholprobleme habe er bereits seit Jahrzehnten gehabt. Der 42-Jährige soll fast 1,8 Promille Alkohol im Blut gehabt haben.

Unfall sorgte für großes Verkehrschaos

Der Unfall sorgte im September 2020 und weit darüber hinaus für große Verkehrsprobleme im Ruhrgebiet. Der Laster des Mannes hatte tausende Liter Kraftstoff geladen und ging bei dem Unfall in Flammen auf. Durch die Hitze wurde eine Bahnbrücke so stark beschädigt, dass sie neu gebaut werden musste.

Fast ein Jahr hatten die Bauarbeiten gedauert. Auto- und Bahnfahrer brauchten in dieser Zeit starke Nerven: Zahlreiche Sperrungen, Ersatzverkehr und Umleitungen. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Sachschaden in Höhe von 10 Millionen Euro aus. Sie wirft dem Angeklagten unter anderem fahrlässige Brandstiftung und Körperverletzung vor.

Entschuldigung vor Gericht

Bei dem Unfall wurden ein anderer Mann und er selbst schwer verletzt. Im Prozess entschuldigte er sich bei dem verletzten Autofahrer. Der nahm die Entschuldigung zwar an, hätte sich die aber schon früher gewünscht. Das Amtsgericht Mülheim verurteilte den Lkw-Fahrer am Dienstagmittag zu einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung. Außerdem verliert er für fünf Jahre seinen Führerschein. Sein Rechtsanwalt kündigte an, in Berufung zu gehen.

Verwirrung um mögliche Flucht

Zwischenzeitlich hatte der Fall Verwirrung ausgelöst: Die Polizei hatte mit einem Haftbefehl nach dem Fahrer gesucht, nachdem sein Aufenthaltsort unbekannt war. Die Ermittler gingen davon aus, dass er auf der Flucht ist.

Zwei Bagger tragen Teile einer beschädigten Brücke auf der A40 ab

Bagger tragen die zerstörte Brücke ab

Monate später wurde er am Flughafen in Düsseldorf festgenommen, als er in den Urlaub fahren wollte. Es stellte sich heraus, dass der Mann eine stationäre Alkohol-Entzugstherapie gemacht und sonst wie zuvor in Essen gewohnt hatte. Das war den Behörden aber nicht bekannt.

Über dieses Thema berichten wir heute auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Ruhr, 19.30 Uhr.