"Ein Mordversuch": Gegenstand durchschlägt Autodach auf A40

Ein kaputtes Auto-Glasdach

"Ein Mordversuch": Gegenstand durchschlägt Autodach auf A40

Von Sebastian Tischkov

Mysteriöser Unfall in Essen: Ein unbekannter Gegenstand durchschlägt das Glasdach von Sonja Mrowkas Auto. Gott sei Dank ist ihr nichts passiert, aber sie ist wütend auf die Täter.

Plötzlich gab es einen Riesenknall: "In diesem Moment habe ich mich so erschrocken: Mensch, biste jetzt irgendwo vorgefahren? Was ist passiert? Dann habe ich nichts gesehen, tief durchgeatmet und das Panoramadach kam mir schon entgegen."

Sonja Mrowka blieb unverletzt an diesem Montagabend. Die 42-Jährige hat nochmal Glück gehabt. Sie war nach der Arbeit auf dem Weg zu einer Freundin, fuhr auf die A40 in Richtung Duisburg - auf die rechte Spur, das Radio leise vor sich hin dudelnd.

Die Hausackerbrücke über der A40 in Essen

Die Brücke über der A40 in Essen-Frohnhausen

Und dann passierte es: Der unbekannte Gegenstand fiel von der Hausackerbrücke in Essen-Frohnhausen auf ihr Auto. Das war gegen 17.30 Uhr.

Erst knallte es im Fahrzeug, Augenblicke später kam dann das Glasdach runter. Was da genau auf ihr Autodach fiel, gibt jetzt viele Rätsel auf. Der Gegenstand konnte nach dem Unfall weder an der Fahrbahn, noch im vollgesplitterten Auto gefunden werden. Und Sonja Mrowka beteuert, dass sie niemanden auf der Brücke hätte erkennen können. Der fallende Gegenstand traf ihren Audi nämlich erst, nachdem sie unter der Brücke hergefahren war. Auch deswegen sucht die Polizei jetzt nach Zeugen.

"Es wäre vorbei gewesen"

Sonja Mrowka wird interviewt

Sonja Mrowka saß am Steuer.

Nach dem Unfall rief sie ihren Bruder an, der habe ihr erst klar gemacht, wie ernst die Geschichte für sie war: "Die Sache hätte anders ausgehen können. Weniger als eine Sekunde früher, das Ding wäre dir in die Windschutzscheibe geflogen. Du hättest nichts mehr gesehen, dein Auto nicht mehr lenken können und es wäre vorbei gewesen" , soll ihr Bruder gesagt haben. Noch lange nach dem Unfall sei sie völlig aufgeregt gewesen und habe am ganzen Körper gezittert, erklärt Sonja Mrowka.

Für die Polizei ist der Sachverhalt in erster Linie ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Die 42-Jährige geht aber weiter: "Da kann man ja schon drüber sprechen, dass das ein Mordversuch war. Wenn jemand, der geistig fit ist, einen großen Gegenstand auf die Autobahn schmeißt, der weiß doch, was passieren wird".

Dass Gegenstände von Brücken geworfen werden passiere immer mal wieder, sagt die Polizei. In Essen sei aber kein Schwerpunkt solcher Delikte zu erkennen.

"Dankbar darüber, dass das so ausgegangen ist"

"Man ist total hilflos und denkt sich: Was geht in den Köpfen vor, von denen, die so etwas machen? Man hört das in der Presse: Jemand wirft etwas runter, dann kommen Leute dabei ums Leben. Dass es dann mal einen selbst trifft, das kann ich gar nicht glauben", sagt Sonja Mrowka.

Der Innenraum eines Autos ist voller Glassplitter

Zum Glück nur Splitter: Der Innenraum unmittelbar nach dem Unfall.

Vier Tage nach dem Unfall erhofft sich die Wanne-Eicklerin, dass der oder die Täter geschnappt werden, damit sowas nicht mehr passiert: "Wenn ich mir vorstelle, eine Mutti mit zwei Kindern, und da wäre Geschrei im Auto. Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte. Ich war zum Glück alleine, konnte irgendwie halbwegs ruhig reagieren. Und da bin ich echt dankbar drüber, dass das so glimpflich ausgegangen ist".

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