Mann von Rockern in Hagen entführt

Spielhallenautomaten mit Mann

Mann von Rockern in Hagen entführt

  • Vor Spielhalle bewusstlos gewürgt und entführt
  • Opfer hatte Schulden bei Rockern
  • Es gab Zeugen - niemand rief die Polizei

Mitglieder einer Hagener Rockergruppe sollen vergangene Woche Mittwoch (15.01.2020) einen 22-Jährigen aus einer Spielhalle in der Hagener Innenstadt geführt haben. Wie die Polizei am Freitag (24.01.2020) mitteilt, wurde er auf offener Straße bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann in ein Auto getragen. Das belegen Videoaufnahmen mehrerer Überwachungskameras.

Zeugen rufen nicht die Polizei

"Erschreckend war allerdings", schreibt die Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Pressererklärung mit der Polizei, "dass sie nicht nur Täter und Opfer zeigten, sondern auch fünf Unbeteiligte, die mindestens zeitweise dem Geschehen zuschauten und nicht eingriffen". Laut Aussage des 22-Jährigen wurde er dann in das Vereinsheim des Motorradclubs gebracht und dort mit einer Pistole bedroht. Man forderte 4.000 Euro von ihm, die er bis zum nächsten Tag zahlen sollte. Nach WDR-Informationen soll es sich bei dem Motorradclub um die Freeway Riders handeln.

Täter wollten offenbar Schulden eintreiben

Weil er die Summe nicht aufbringen konnte und Angst vor den Tätern hatte, ging er zur Polizei. Dort gab der 22-Jährige zu, mit den mutmaßlichen Tätern in Drogengeschäfte verwickelt zu sein und bei ihnen Schulden zu haben.

Mittlerweile hat die Polizei die beiden mutmaßlichen Haupttäter festgenommen: Einen 23-Jährigen, der Mitglied in dem Hagener Motorradclub ist und einen 26-Jährigen. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft prüft außerdem, ob sie gegen die Zeugen der Entführung ein Strafverfahren wegen unterlassener Hilfeleistung einleitet.

Stand: 24.01.2020, 13:22