KiK-Prozess: Mutter fordert Schmerzensgeld für Tod ihres Sohnes

KiK-Prozess: Mutter fordert Schmerzensgeld für Tod ihres Sohnes

Von Kay Bandermann

  • Textildiscounter KiK nach Fabrikbrand mit 258 Toten vor Gericht
  • Vier Angehörige fordern je 30.000 Euro Schadensersatz
  • KiK sieht moralische Verantwortung, aber keine juristische

Am Donnerstag (29.11.2018) hat vor dem Landgericht Dortmund der mit Spannung erwartete Prozess gegen den Textildiscounter KiK aus Bönen begonnen. Ein direkt Betroffener und drei Angehörige von Opfern der Brandkatastrophe von Karatschi, Pakistan, verlangen je 30.000 Euro Schmerzensgeld.

Die Verhandlung war am ersten Tag bereits nach einer Stunde ohne Ergebnis beendet. Es ging zunächst darum, ob die Ansprüche verjährt sind. Ein vom Gericht beauftragter, britischer Gutachter vertritt die Auffassung, dass die Taten bei Einreichen der Klage bereits ein halbes Jahr verjährt waren.

Deutsches Gericht – pakistanisches Recht

Im September 2012 waren bei einem Feuer in der Fabrik Ali Enterprises 258 Menschen ums Leben gekommen. Dort wurde überwiegend für KiK genäht. Die entsprechende Klage wurde im März 2015 beim Landgericht Dortmund eingereicht. Verhandelt wird aber nach pakistanischem Recht.

Vor Prozessbeginn demonstrierten etwa ein Dutzend Unterstützer der pakistanischen Kläger, darunter auch die Mutter, die bei dem Brand ihren Sohn verloren hatte.

KiK hat bisher rund sechs Millionen US-Dollar gezahlt

KiK erklärte im Vorfeld, die Klage müsse wegen Verjährung deswegen abgewiesen werden. Das Unternehmen hat nach eigener Darstellung bis jetzt mehr als sechs Millionen US-Dollar Entschädigung an die Opferfamilien auf freiwilliger Basis gezahlt.

Man fühle sich in der moralischen Verantwortung, so ein Unternehmenssprecher. KiK sei aber im juristischen Sinn nicht Schuld an dem Brand und den Folgen und lehne deshalb Schmerzensgeldzahlungen ab.

KiK vor Gericht

02:52 Min. | Von Kay Bandermann

Stand: 29.11.2018, 13:43