Bochumer Händlerin macht aufmerksam

Bochumer Ladenbesitzerin macht auf Notstand im Einzelhandel aufmerksam

Bochumer Händlerin macht aufmerksam

Der Lockdown trifft viele Einzelhändler hart. Deshalb beteiligt sich Tina Nordhausen aus Bochum an einer deutschlandweiten Aktion, die auf ihre Situation hinweisen soll.

"Wir machen auf___merksam" verkünden zwei große Plakate im Schaufenster von Tina Nordhausens Modegeschäft in Bochum Wattenscheid. Gemeinsam mit Einzelhändlern aus ganz Deutschland will sie damit ab dem 11.01 auf die schwierige Situation der Branche hinweisen. "Wir setzten hier ein Zeichen für den Einzelhandel."

Die Händlerin hat unter anderem einen Online-Shop gestartet, um ihr Geschäft auch im Lockdown weiterführen zu können. Kunden können bestellte Artikel dann an der Tür abholen. Trotzdem sei ihr Umsatz um 90 Prozent gesunken. "Viele meiner Kunden sind ältere Menschen und die kaufen nicht online ein."

Nachvollziehbare Konzepte fehlen

Weil außerdem die Hilfen des Bundes kaum beim Einzelhandel ankommen, beteiligt sie sich an der Plakataktion, die ein Modeunternehmer aus Frankfurt gestartet hat. Von der Politik wünscht sie sich einen angemessenen Ausgleich der Verluste und nachvollziehbare Konzepte. "In Supermärkten funktioniert das ja auch."

Die Aktion kommt in der Fußgängerzone an, immer wieder bleiben Menschen vor den Plakaten stehen. "Ich finde das gut. Wir halten uns alle an die Regeln, aber manches kann ich nicht nachvollziehen", sagt die Bochumerin Karin Näther. Auch im Netz, wo Teilnehmer der Aktion unter #wirmachenAUFmerksam Fotos posten, erhält Tina Nordhausen Unterstützung. "Bisher bekomme ich nur Zuspruch."

Kein Kommentar der Stadt

Die Stadt Bochum äußert sich nicht zu der Aktion. Die Maßnahmen, gegen die protestiert wird, kämen nicht von der Stadt, sondern von der Landesregierung, so die Pressestelle. Der Handelsverband Nordrhein-Westfalen dagegen unterstützt die Einzelhändler.

"Alles, was auf die Lage der Einzelhändler aufmerksam macht, ist wichtig", sagt Pressesprecherin Carina Peretzke. Besonders, weil viele Kunden verunsichert seien, welche Möglichkeiten zum Einkaufen sie noch haben. "Obwohl die Geschäfte zu sind, ist die Mehrheit der Händler immer noch erreichbar."

"Die Lebensgrundlage wird uns entzogen"

Schon am ersten Tag werden über 1.000 Bilder zu der Aktion in den sozialen Medien gepostet. Tina Nordhausen ist eine von vielen und sie alle fordern Antworten von der Politik. "Die Lebensgrundlage wird uns hier entzogen. Was sollen wir da machen, außer den Mund auf?"

Stand: 11.01.2021, 14:05