Geflüchteter Syrer zieht Kandidatur für Bundestagswahl zurück

Portrait von Jurist Tareq Alaows

Geflüchteter Syrer zieht Kandidatur für Bundestagswahl zurück

Tareq Alaows, Bundestagskandidat in Oberhausen und Dinslaken, zieht seine Kandidatur für den Bundestag zurück. In einer Mitteilung der Partei nennt er als Gründe Bedrohungen und Rassismus.

"Die hohe Bedrohungslage für mich und vor allem für mir nahestehende Menschen ist der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner Kandidatur", heißt es in der Pressemitteilung.

Große mediale Aufmerksamkeit

Die Kandidatur des geflüchteten Syrers hatte ein großes mediales Echo ausgelöst. Für ein Gespräch mit dem WDR war Alaows am Dienstag nicht bereit. Zu seinem eigenen Schutz wolle er sich für eine gewisse Zeit völlig aus der Öffentlichkeit zurückhalten. Wer genau die Drohungen gegen ihn ausgesprochen habe, bleibt so zunächst offen.

Im Februar hatte der 31-Jährige bekannt gegeben, dass er als erster Flüchtling aus Syrien für den Bundestag kandidieren wolle. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage sei dies nun nicht mehr möglich, gaben die Grünen am Dienstag bekannt. Was das konkret bedeutet, wollte die Partei nicht erläutern.

Alaows kritisiert Umgang mit Geflüchteten stark

In der Mitteilung der Partei betonte Tareq Alaows, dass es in der Politik und Gesellschaft dringend starke Maßnahmen brauche, um strukturellen Rassismus entgegenzutreten und den Betroffenen zu helfen: "Die große öffentliche Aufmerksamkeit für meine Kandidatur hat gezeigt, was für uns, geflüchtete Menschen, möglich sein kann. In unserer Gesellschaft mangelt es leider an diskriminierungsfreien Räumen in allen Bereichen des Lebens. Es ist an uns allen, dies konkret in unserem Umfeld anzugehen und zu verändern."

Die Grünen in Oberhausen und Dinslaken bedauern die Entscheidung des 31-Jährigen nach eigener Aussage, sprechen ihm aber gleichzeitig Respekt für seinen "Rückzug zum Wohle der Sicherheit" aus.

NRW-Grüne bedauern Rückzug

Felix Banaszak, 15.08.2020

Grünen-Landesvorsitzender Felix Banaszak

Grünen-Landeschef Felix Banaszak sagte: “Ich bedaure den Rückzug von Tareq Alaows, aber er ist vor dem Hintergrund der Bedrohungslage verständlich. Ich respektiere seine Entscheidung." Alle Bürgerinnen und Bürger müssen sich "rassistischen Anfeindungen und Bedrohungen von rechts noch wirksamer entgegenstellen, weil sie neben der Gefahr für die Betroffenen selbst eine Gefahr für unsere plurale Demokratie darstellen".

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Verena Schäffer, sagte, es sei "inakzeptabel und furchtbar, dass Tareq Rassismuserfahrungen machen musste". Die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, und die Initiative Seebrücke reagierten wie viele andere Nutzer auf Twitter.

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Stand: 30.03.2021, 16:02

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