Das Bild zeigt einen RRX

Bahnbetreiber Abellio: Wie geht es auf NRW-Strecken weiter?

Stand: 03.11.2021, 14:45 Uhr

Wie geht es weiter mit den Strecken von RRX und der Rhein-Ruhr-S-Bahn, die von der angeschlagenen Privatbahn Abellio in NRW betrieben werden? Darüber entscheiden diese Woche die Verkehrsverbünde.

Die in Finanznot geratene Privatbahn Abellio will sich nach einem Medienbericht von mehreren Strecken in Nordrhein-Westfalen zurückziehen. Der Betreiber mehrerer Linien des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) und der S-Bahn Rhein-Ruhr hat nach Informationen der Funke-Mediengruppe den Verkehrsverbünden in NRW vorgeschlagen, die Linien nur noch zwei Jahre zu betreiben.

Über ein entsprechendes Angebot soll am Freitag beraten werden. Damit sei eine "geordnete Neuausschreibung" der Verträge möglich, sagte der gerichtlich bestellte Sachverwalter Rainer Eckert laut dem Bericht.

Unternehmen will Zugverkehr fortführen - aber wie lange?

Ein Unternehmenssprecher bestätigte dem WDR, dass Abellio den Verkehrsverbünden VRR, NVR und NWL ein Angebot gemacht habe, den Zugverkehr in NRW unvermindert fortzuführen. Im Falle einer Einigung soll dafür ein dreistelliger Millionenbetrag zur Verfügung gestellt werden. Was genau dieses Angebot beinhaltet und ob es wie von der "WAZ" berichtet zur Folge hätte, dass die Linien des RRX und der Rhein-Ruhr-S-Bahn nur noch zwei Jahre betrieben würden, wollte der Sprecher nicht kommentieren.

Seit Juni ist Abellio ein Sanierungsfall

Wie andere Konkurrenten der Deutschen Bahn klagt auch Abellio über hohe Kosten, die beim Abschluss der langjährigen Verträge mit den Verkehrsverbünden nicht abzusehen gewesen seien. Wegen finanzieller Schwierigkeiten ging Abellio im Juni in ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, eine Sanierung im Rahmen des Insolvenzrechts.

Bereits im Mai 2020 hatte der VRR Abellio abgemahnt. Auf den von Abellio betriebenen S-Bahn-Linien entsprächen die Leistungen nicht den Vereinbarungen in Verträgen, schrieb der VRR. Immer wieder komme es zu erheblichen Zugausfällen, Verspätungen und massiven Einschränkungen des Angebots.

Betrieb auf drei weiteren Strecken soll abgesichert sein

Andere Bahnstrecken in NRW will Abellio offenbar nicht vorzeitig aufgeben. "Die drei anderen Verkehrsverträge (Ruhr-Sieg-Netz, Niederrhein-Netz und S7) sind für die jeweilige Restlaufzeit abgesichert, es besteht also langfristige Planungssicherheit und Kontinuität im Fahrgastbetrieb", sagte Sachverwalter Eckert.

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