Polizei-Razzia bei den Hells Angels in NRW

Kräfte der Spezialeinheiten und der Bereitschaftspolizeihundertschaft sind mit Polizeipanzer im Einsatz

Polizei-Razzia bei den Hells Angels in NRW

Mit einem Großaufgebot von Einsatzkräften hat die Polizei Gebäude der Hells Angels in mehreren Städten in NRW durchsucht. Möglich war dies unter anderem durch einen Kronzeugen.

Unter anderem waren Kräfte der Spezialeinheiten und der Bereitschaftspolizei im Ruhrgebiet und am Niederrhein im Einsatz. In Mönchengladbach kam ein gepanzertes Fahrzeug zum Einsatz. Gegen zwei Angehörige der Gruppierung wurden Haftbefehle vollstreckt. Nach einem 31-Jährigen und einem 33-Jährigen wird laut Polizei international gefahndet.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach von Einsätzen gegen die "organisierte Rocker-Kriminalität" in den Städten Duisburg, Essen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Oberhausen, Recklinghausen, Wesel und Wuppertal. 24 Objekte seien durchsucht worden. Zudem sei das Ziel gewesen, Haftbefehle zu vollstrecken, so Reul. Im Zentrum der Ermittlungen stehen demnach "mehrere Mitglieder der Hells Angels".

Hintergrund: Leichenteile im Rhein gefunden

zersplittertes Schaufenster, dahinter Interieur einer ehemaligen Gaststätte

Mit einer Lanze am Fahrzeug drückten die Spezialkräfte ein Fenster einer ehemaligen Gaststätte ein, die heute als Vereinsheim des örtlichen Charters der Hells Angels gilt. Anschließend wurde das Gebäude lange durchsucht, auch mit Hilfe eines Polizeihundes.

Der Razzia vorangegangen waren jahrelange Ermittlungen im Rockermilieu. Im Fokus der Aktion stehen mehrere Verdächtige der Rockergruppierung, von denen einige im Verdacht stehen, an einem versuchten Mord in zwei Fällen im Jahr 2013 und an einem Mord im Jahr 2014 beteiligt gewesen zu sein. Damals waren zuerst ein abgetrennter Arm und später der Torso eines Rockers im Rhein gefunden worden.

Laut Polizei hatte sich 2019 ein Kronzeuge an die Polizei gewandt und Informationen an diese gegeben. So konnten neue Ermittlungsansätze verfolgt werden, die letztlich zu den Durchsuchungen führten.

Mehrere Festnahmen - auch in einem Mordfall

Im Zusammenhang mit diesen Straftaten haben die Einsatzkräfte am Donnerstag fünf weitere Mitglieder der Hells Angels in Dinslaken, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und Mönchengladbach festgenommen. Des Weiteren wurden Räumlichkeiten an Rhein und Ruhr durchsucht – neben den Wohnungen der Verdächtigen auch eine Werkstatt, ein Restaurant, Vereinsheime der Hells Angels in Mönchengladbach, Bordellbetriebe auf der Duisburger Vulkanstraße sowie Hafträume in verschiedenen Justizvollzugsanstalten.

Mehrere Polizisten hinter Absperrband

Neben der Sicherstellung von Beweismaterial habe es in Mönchengladbach außerdem eine Festnahme eines Hauptverdächtigen für den Mordfall gegeben, so die Polizei.

Stand: 02.09.2021, 11:40

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