Tropische Zecke hat erstmals auch in NRW überwintert

Die Aufnahme zeigt eine Hyalomma-Zecke. Die gefährliche Zeckenart aus dem Süden ist auch in NRW nachgewiesen worden.

Tropische Zecke hat erstmals auch in NRW überwintert

  • Hyalomma-Zecken im Raum Geldern
  • Tiere haben erstmals in NRW überwintert
  • Untersuchungen dauern an

Fünf Zecken auf einem Pferdehof im Raum Geldern, eine auf einem Pferd in Niedersachsen. In den vergangenen Tagen sind gleich sechs Exemplare der tropischen Hyalomma-Zecke in Deutschland aufgetaucht. Die Tiere können gefährliche Erreger übertragen.

"Wir haben die ersten Nachweise dieses Jahres von Hyalomma-Zecken in Deutschland", teilte die Parasitologin und Zecken-Expertin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim am Dienstag (11.06.2019) mit. "Und diesmal müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten."

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Die tropischen Parasiten sind wesentlich größer als die hier bekannten Zecken, sie können Menschen wittern und Dutzende Meter weit verfolgen. Eigentlich stammen Hyalomma-Zecken aus Afrika und Südeuropa.

Im vergangenen Jahr wiesen Forscher erstmals Tiere der Gattung Hyalomma in größerer Menge nach. Daraufhin hatte Mackenstedt gemeinsam mit Experten des Münchner Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr im Februar die Bevölkerung gebeten, mögliche Funde von Hyalomma-Zecken einzusenden. Sechs Exemplare dieser Tiere haben sie nun erhalten.

Funde erfolgten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten

Die beiden Funde im Raum Geldern und in Niedersachsen sind in den vergangenen Tagen erfolgt. Die Experten führen die drei heißen Tage darauf zurück, dass die wärmeliebenden Hyalomma-Zecken nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten aktiv wurden.

Doch während die Exemplare im Jahr 2018 höchstwahrscheinlich noch mit Zugvögeln eingeschleppt wurden, dürfte das diesmal nicht der Fall sein. Die jetzt gefundenen Tiere seien relativ früh im Jahr aufgetaucht, erläuterte Mackenstedt. "Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie also zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren", fügte sie hinzu.

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Die Hyalomma-Zecken können gefährliche Erreger übertragen, darunter jenes Virus, das das Krim-Kongo-Fieber verursacht, das mit schweren Blutungen einhergehen kann. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind Hyalomma-Zecken seit 2017 auch in Deutschland nachgewiesen.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19 Exemplare in acht Bundesländern (Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein) gefunden. Laut Institut trug keine dieser Zecken Infektionserreger wie zum Beispiel das Krim-Kongo-Virus in sich.

Zwei Arten der Gattung Hyalomma 2018 nachgewiesen

2018 wurden zwei Arten der Gattung Hyalomma in Deutschland nachgewiesen: H. marginatum und H. rufipes. Bislang wurde noch nicht bei allen der nun entdeckten Zecken die Art bestimmt. Die Untersuchungen dauern an.

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Stand: 11.06.2019, 19:09

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