Tödliches Autorennen in Moers: Vier Jahre Haft statt lebenslang

Raser zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt

Tödliches Autorennen in Moers: Vier Jahre Haft statt lebenslang

Nach dem Urteil gegen einen Mann, der bei einem mutmaßlichen Autorennen in Moers eine Frau getötet hatte, will die Staatsanwaltschaft jetzt in Revision gehen.

Das Landgericht Kleve verurteilte den Angeklagten am Montag zu vier Jahren Haft, nachdem der Bundesgerichtshof ein Urteil auf lebenslange Haft gekippt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte auch beim zweiten Prozess eine Verurteilung wegen Mordes - also lebenslang - gefordert.

Mutmaßliches Autorennen forderte ein Todesopfer

Der tödliche Unfall in einem Moerser Wohngebiet hatte im Frühjahr 2019 für Aufsehen gesorgt: Der zum Tatzeitpunkt 22-jährige Mann war an einer Kreuzung mit dem Kleinwagen einer unbeteiligten 43-Jährigen zusammengestoßen.

Die zweifache Mutter hatte sich bei dem Unfall so schwer verletzt, dass sie anschließend im Krankenhaus ihren Verletzungen erlag.

BGH: Zweifel an Vorsatz

Der Fahrer war im Februar 2020 vom Landgericht Kleve noch wegen Mordes verurteilt worden. Dagegen hatte er Revision eingelegt - und Recht bekommen: Im März 2021 hob der Bundesgerichtshof die Verurteilung des Rasers zu lebenslanger Haft auf.

Die Begründung des Bundesgerichtshofs: Es gab nicht genügend Belege dafür, dass der Mann vorsätzlich gehandelt hatte.

Neue Zeugen und Sachverständige

Jetzt hat eine andere Kammer des Landgerichts Kleve den Fall neu aufgerollt und neue Zeugen sowie Sachverständige gehört.

Stand: 08.06.2021, 14:39