Siegauen-Vergewaltigung: Zweiter Prozess startet im September

Siegauen-Vergewaltigung: Zweiter Prozess startet im September

Von Ulrike Schödel

  • BGH hatte erstes Urteil teilweise aufgehoben
  • In zweitem Prozess soll neues Strafmaß gefunden werden
  • Mögliche Einschränkung der Schuldfähigkeit

Der zweite Prozess gegen den sogenannten Siegauen-Vergewaltiger beginnt am 18. September, wie ein Sprecher des Bonner Landgerichts am Dienstag (03.07.2018) mitteilte. Demnach muss sich der 32-jährige Asylbewerber aus Ghana, der im Oktober 2017 wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, erneut vor einer Großen Bonner Strafkammer verantworten. Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte das erste Urteil teilweise aufgehoben.

Schuldfähigkeit soll erneut geprüft werden

Die obersten Richter in Karlsruhe haben keinen Zweifel an der Schuld und Täterschaft des Angeklagten, der am 2. April 2017 ein junges Paar in der Bonner Siegaue überfallen, mit einer Axtsäge bedroht, beraubt und eine 23-jährige Studentin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt hatte. Im neuen Verfahren jedoch soll - so der Auftrag des BGH - die Schuldfähigkeit des 32-Jährigen erneut geprüft und ein neues Strafmaß gefunden werden. Denn ein psychiatrischer Gutachter hatte dem Ghanaer eine schwere Persönlichkeitsstörung attestiert, die durchaus zur Einschränkung seiner Schuldfähigkeit führen könne.

Urteil Anfang Oktober erwartet

Bei dem nächtlichen Überfall und der Vergewaltigung jedoch soll der Angeklagte voll schuldfähig gewesen sein. Dieser Umstand sei im Urteil nicht ausreichend begründet worden. Für den neu aufgerollten Prozess hat die dritte Große Strafkammer vier Verhandlungstage angesetzt; das Urteil soll bereits Anfang Oktober gesprochen werden.

Stand: 03.07.2018, 14:42

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