Zum Ferienbeginn Quarantäne

Ein Schulhof mit Gebäude und Zaun im Vordergrund.

Zum Ferienbeginn Quarantäne

Für die zwei Dutzend Schülerinnen und Schüler einer Klasse der Maternus Grundschule in Köln-Nippes beginnen die Sommerferien mit einem Zwangsurlaub in der eigenen Wohnung – wegen Corona.

Ein Kind in der zweiten Klasse war positiv auf die besonders ansteckende Delta-Variante getestet worden. Deshalb müssen die Mitschüler als Kontaktpersonen jetzt für zwei Wochen in Quarantäne bleiben und sie können sich nach den aktuell geltenden Bestimmungen auch nicht freitesten.

Urlaubspläne durchkreuzt

Die Quarantäne hat auch dem achtjährigen Julian Raven die Freude auf seine Ferien genommen. Statt mit seinen Geschwistern nach Frankreich zu fahren, verbringt er jetzt die warmen Sommertage in der vierten Etage eines Mehrfamilienhauses in Köln.

Auch Mina Sömnit und ihre Familie sind betroffen. Die Kölner mit türkischen Wurzeln wollten 3000 Kilometer mit dem Auto nach Ankara fahren. Vater Metin arbeitet bei Ford und ist an die Werksferien gebunden. Nach Ablauf der Quarantäne reichen die Tage nicht mehr für eine so lange Reise.

Enge Kontaktpersonen waren nicht mehr nachvollziehbar

Die Kinder müssen deshalb in Quarantäne, weil die Lehrer nicht mehr klären konnten, wer zu dem einzigen positiv getesteten Kind engen Kontakt unter 1,50 Meter und ohne Maske hatte. Denn obwohl alle Kinder nach einem positiven Befund im Pooltest bereits am vergangenen Donnerstag auch einzeln getestet worden waren, meldete sich das Gesundheitsamt erst am Freitag nach Schulschluss mit Fragen an die Schulleitung.

Es sollte geklärt werden, wer womöglich ohne Maske den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter unterschritten hatte. Weil sich die Kinder aber schon in den Ferien befanden und die Bänke in den Klassen auseinandergestellt waren, konnte das nicht mehr geklärt werden, berichtet Rektor Stefan Waasem dem WDR. Deshalb entschied das Gesundheitsamt, die gesamte Klasse unter Quarantäne zu stellen, so deren Leiter Johannes Nießen.

Betroffene Familien gehen gegen Quarantäneverfügung vor

Einige Eltern halten die strengen Corona-Regeln nicht mehr für angemessen, da viele Menschen bereits geimpft worden seien, so Hanna Raven, die Mutter von Julian, gegenüber dem WDR. Mehrere betroffene Familien gehen jetzt beim Verwaltungsgericht gegen die Quarantäneverfügungen vor. Wann das Gericht entscheidet, ist noch offen.

Julian hofft, möglichst schnell. Vielleicht kommt er dann doch noch in den Urlaub nach Frankreich, wo sein Vater und seine Geschwister schon auf ihn warten.

Stand: 07.07.2021, 20:04