Gläubige debattieren über Zukunft des Kölner Erzbistums

Ein Kreuz steht hinter dem Strebewerk am Dom.

Gläubige debattieren über Zukunft des Kölner Erzbistums

Von Frank Piotrowski

Im Rheinland beginnt am Samstag unter dem Titel „Under Construction“ ein Kongress, in dem sich das Kölner Erzbistum seiner Zukunft widmen wird.

Zwei Wochen lang wollen sich rund 500 kritische Katholikinnen und Katholiken damit befassen, wie sich das Erzbistum wandeln könnte, um wieder mehr Menschen die christliche Botschaft zu vermitteln. Die Veranstaltungen finden in Köln, Bonn, Düsseldorf und im Rhein-Erft-Kreis statt.

Brisante Fragen sollen diskutiert werden

Beteiligte Akteure sind die katholische Aktivistinneninitiative Maria 2.0, die Katholikenausschüsse aus der Region, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Berufsverband der Pastoralreferentinnen sowie die katholische Frauengemeinschaft.

Sie alle wollen in den kommenden zwei Wochen über die brisantesten Fragen miteinander diskutieren, die das Kölner Erzbistum und die katholische Kirche in Deutschland insgesamt aktuell bewegt: Die sexualisierte Gewalt durch Priester und deren Aufarbeitung, die Demokratisierung der Kirche und die Geschlechtergerechtigkeit auch bei Kirchenämtern. Die Veranstaltungen finden teils in Präsenz, teils per Stream statt. Nach einem „Get together“ am Nachmittag in der Kölner Agneskirche wird morgen auf dem Bonner Münsterplatz demonstriert.

Maria 2.0

WDR 5 Morgenecho - Medienschau 22.02.2021 03:36 Min. Verfügbar bis 22.02.2022 WDR 5


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Sexueller Missbrauch und die Aufarbeitung

Mehrere Veranstaltungen widmen sich dem Missbrauch. Unter anderem referiert die Theologin Doris Reisinger zum spirituellen Missbrauch in der Kirche. Aus ihrer Sicht arbeitet die katholische Kirche mit einer manipulativen Seelenführung. Die frühere Ordensfrau hatte für Schlagzeilen gesorgt als sie öffentlich machte, von einem Priester ihrer damaligen Glaubensgemeinschaft sexuell missbraucht worden zu sein.

Der kirchenkritische Professor für Kirchenrecht, Thomas Schüller, von der Universität Münster erläutert unter dem Titel: „Kirche und Demokratie - (Wie) geht das zusammen?" sein Verständnis von einer gewandelten Kirche.

Neue Form der Transparenz gewünscht

Maria Mesrian von Maria 2.0 wünscht sich, dass die Leitung des Kölner Erzbistums versteht, dass es sehr viele engagierte Katholikinnen und Katholiken gibt, die sich eine transparente Kirche wünschen, die offen mit der Frage von Gewaltenteilung, Gleichberechtigung und der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs umgeht. Sie rechnet aber mit keiner Reaktion des Erzbistums. Mit einer Abschlusskundgebung auf dem Roncalliplatz in zwei Wochen, wollen die Reformchristen noch einmal für ihre Ideen demonstrieren.

Stand: 11.09.2021, 08:09