Hiobsbotschaft für WSV-Mitglieder

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Hiobsbotschaft für WSV-Mitglieder

Von Rita Jäger

  • Eichner und Drees als Vorstände bestätigt
  • Mitglieder verweigern Entlastung
  • WSV auch weiterhin vor der Pleite

Der Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV hat größere finanzielle Probleme als bisher angenommen. Schon im Juni drohe die nächste Pleite. Dies erfuhren die knapp 500 anwesenden Mitglieder am Montagabend (08.04.2019) auf der Jahreshauptversammlung des Vereins.

Vorstände bestätigt

Mann im Anzug vor Logo des Wuppertaler Sportvereins

WSV-Vorstand Alexander Eichner

Immerhin hat der Fußball-Regionalligist jetzt wieder einen legitimierten, amtierenden Vorstand. Der neu gewählte Verwaltungsrat bestätigte die kommissarischen Vorstände Alexander Eichner und Melanie Drees in ihrem Amt.

Kaum noch Hoffnung

Alexander Eichner brachte es auf den Punkt: „Es geht um Alles oder Nichts.“ Die drohende Insolvenz werde in der kommenden Zeit ein ständiger Begleiter sein. Monat für Monat fehlten derzeit etwa 100.000 Euro. Bis Mai sei alles geregelt, aber schon im Juni drohe die nächste Pleite. Das negative Eigenkapital steuere auf die 1,4 Millionen Euro zu. Eigentlich gehöre der Verein schon jetzt den Gläubigern.

Gemauschel und Schönrechnerei?

Falsche Buchungen, Gemauschel mit Spendenquittungen und Minijobs, zu hoch geschätzte Sponsor-Einnahmen, schlechte Verträge, zu hohe Gehälter und eine viel zu teure Geschäftsstelle. Diese Vorwürfe stehen im Raum. Dazu kämen zurückgehende Besucherzahlen bei den Heimspielen und gekündigte Sponsorenverträge. Derzeit werde geprüft, ob sich die Ex-Vorstände Bölstler und Stücker mit schöngerechneten Bilanzen strafbar gemacht hätten.

Außerdem prüfe derzeit das Finanzamt die Bücher des WSV. Jetzt stehe sogar die Gemeinnützigkeit auf dem Spiel. Deswegen könne der Verein keine Spenden mehr annehmen.

Keine Entlastung

Die Mitglieder verweigerten den Ex-Vorständen und Verwaltungsräten die Entlastung. Lediglich zwei Verwaltungsräten sprachen sie ihr Vertrauen aus. Rechtlich hat das aber keine Auswirkungen. Strafrechtlich relevante Handlungen würden ohnehin strafrechtlich geklärt.

Wenn es noch Hoffnung für den Verein geben soll, dann müssten die Mitglieder die Richtung vorgeben, sagte Alexander Eichner. Das soll bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende Mai geschehen.

Stand: 09.04.2019, 07:40