Zugunglück in Meerbusch: Lokführer trifft keine Schuld

Zugunglück in Meerbusch: Lokführer trifft keine Schuld

  • Lokführer trifft wohl keine Schuld
  • Er hatte "Go" für Weiterfahrt
  • Woher das kam, ist noch unklar

Den Lokführer des Personenzuges trifft wohl keine Schuld an der Kollision mit einem Güterzug in Meerbusch. Das teilte die Bundesstelle für Eisenbahn-Unfalluntersuchungen am Donnerstag (07.12.2017) mit.

Er habe demnach die Erlaubnis zur Weiterfahrt in den eigentlich gesperrten Bereich gehabt. Unklar ist allerdings noch, ob er sie per Funk bekommen hat oder ob ein Signal umgeschaltet hat. Der Unfall müsse nicht auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgehen, sagt die Bundesstelle. Auch technische Ursachen seien möglich.

Der Bereich war gesperrt, weil der Güterzug auf dem Gleis stand und dort auf die Einfahrt in einen Bahnhof gewartet hat. Der war aber kurz vor der Kollision wieder angefahren. Dadurch wurde der Aufprall gemildert.

Züge werden geborgen

Die Bergungsarbeiten an der Unfallstelle laufen weiterhin auf Hochtouren. Bergungsexperten der Deutschen Bahn haben die ganze Nacht zum Donnerstag durchgearbeitet. Inzwischen ist ein Teil des Güterzuges schon abtransportiert. Zwei Waggons waren bei dem Unfall entgleist und neben die Strecke gekippt.

Spezialkran im Einsatz

Auch die Oberleitung haben die Arbeiter abmontiert. Sie war bei dem Unfall abgerissen und lag auf den Zügen. Sie hatte die Rettungsarbeiten zunächst verzögert, weil sie erst geerdet werden musste.

Ein Spezialkran hebt einen entgleisten Waggon zurück auf die Schienen

Bergung wird noch dauern

Der beschädigte Personenzug steht immer noch am Unglücksort. Ihn mit dem Spezialkran zu bergen, ist der nächste Schritt. Erst wenn beide Züge vollständig abtransportiert sind, können die Experten sehen, wie sehr die Schienen beschädigt wurden. Dann wird laut Bahn auch erst eine Einschätzung erfolgen können, wie lange die Strecke noch gesperrt sein wird.

Pro Bahn-Chef nach Zugunglück: Vermutlich "örtlich begrenztes Problem"

WDR 2 | 07.12.2017 | 03:06 Min.

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Die Bergungsarbeiten dauern voraussichtlich den ganzen Tag. Eine genaue Prognose wollte eine Bahnsprecherin auf WDR-Anfrage nicht abgeben.

Die Strecke zwischen Neuss und Krefeld bleibt vorerst gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.

Schienenersatzverkehr RE 7 und RE 10

RE 7: Aufgrund des Zugunglücks in Meerbusch-Osterath ist die Strecke zwischen Krefeld-Oppum und Neuss Hbf in beide Richtungen gesperrt. Alle Verbindungen der Linie RE 7 starten und enden bis auf weiteres in Neuss Hbf.

Es wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Krefeld Hbf und Neuss Hbf mit Zwischenhalt in Meerbusch-Osterath (Bahnhofsweg) eingerichtet:

Abfahrt ab Neuss Hbf (Theodor-Heuss-Pl.): 06:15 - 07:15 - 08:15 - ... 

Abfahrt ab Krefeld Hbf (Willy-Brandt-Pl.): 06:00 - 07:00 - 08:00 - ...

Die Busse verkehren im Stundentakt.

Reisende Richtung Krefeld Hbf können alternativ ab Köln Hbf mit den Linien RE 1, RE 5 oder RE 6 bis Düsseldorf Hbf und von dort aus mit den Rheinbahn-Linien U70 und U76 Richtung Krefeld Hbf fahren.

RE 10: Die Züge des RE 10 “Niers-Express” können vorerst und bis auf weiteres nicht zwischen Krefeld-Oppum und Düsseldorf verkehren und werden nach Duisburg umgeleitet und enden bzw. beginnen dort.

Die Fahrgäste mit Reiseziel Düsseldorf werden auf die Züge des Nahverkehrs auf dem Streckenabschnitt Duisburg Hbf – Düsseldorf Hbf verwiesen. Desweiteren ist Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Krefeld-Oppum und Meerbusch-Osterath eingerichtet.

Zwischen Kleve und Krefeld-Oppum verkehren die Züge des “Niers-Express”. Dennoch kann es auch hier zu Verspätungen und kurzfristigen Zugausfällen kommen.

Stand: 07.12.2017, 19:20