Messerstich auf Zülpicher Straße - Mord-Prozess vor Landgericht

Stand: 04.02.2022, 06:00 Uhr

Gut sechs Monate nach einer tödlichen Messerattacke auf der Zülpicher Straße beginnt der Prozess gegen einen 17-Jährigen. Er soll den Fußballer Joel bei einem Streit erstochen haben.

Von Markus Schmitz

Die Anklage geht von einem schweren Vorwurf aus: Mord aus Heimtücke. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts statt. Die Familie des Opfers tritt als Nebenkläger auf.

Der mutmaßliche Täter wird von zwei Verteidigern betreut, die beide mit ähnlichen Verfahren und Delikten sehr viel Erfahrung haben.

Messerattacke auf Zülpicher Straße: Flaschenwurf als Auslöser?

Es geht um ein Geschehen vom 31. Juli 2021. In der Nacht waren auf der Zülpicher Straße Jugendliche und junge Männer wegen eines Flaschenwurfs aneinandergeraten. Plötzlich soll der jetzt Angeklagte zugestochen haben. Rettungskräfte brachten den 18-Jährigen noch in eine Klinik. Doch die Verletzung in der Brust – wie es in der Anklage heißt, auf Herzhöhe – war zu schwer.

Waffenverbotszonen wegen Gewalt in der Kölner Innenstadt eingerichtet

Diese Tat und weitere Gewaltausbrüche stießen eine Diskussion an. Sie führte dazu, dass sich auch NRW-Innenminister Herbert Reul einschaltete. Die Politik entschied schließlich, dass in Köln und auch in Düsseldorf, wo ähnliche Fälle passierten, Waffenverbotszonen eingerichtet wurden. Seitdem darf die Polizei in den Bereichen Menschen kontrollieren.

Für den Prozess um den Tod des 18-jährigen Joel sind elf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte Ende März gesprochen werden.

Über dieses Thema berichten wir am 04. Februar 2022 im WDR Fernsehen: Lokalzeit Köln, 19:30 Uhr.