Personalnot in Gefängnissen von Nordrhein-Westfalen

Personalnot in Gefängnissen von Nordrhein-Westfalen

  • Viele Bewerber nicht geeignet
  • Beschäftigte müssen Personalnot auffangen
  • Mehrere 100 offene Stellen in NRW

Viele Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen haben Probleme, neue Mitarbeiter zu finden, so Anstaltsleitungen und NRW-Justizministerium am Montag (23.7.2018). Zum Beispiel haben die Gefängnisse Aachen und Heinsberg Schwierigkeiten bei der Suche nach Personal. Auch nach mehreren Werbekampagnen habe sich die Situation nicht verbessert.

Gut zwei Dutzend Vollzugsbeamte fehlen zurzeit in Aachen und Heinsberg. Nach Aussage der Leiterin der JVA Aachen, Elke Krüger, gebe es zwar viele Bewerber, die meisten seien aber ungeeignet.

29 von 30 fallen durch

Eingang zur JVA Aachen

29 von 30 fielen beim Einstellungstest durch. Vor allem die Ergebnisse der Rechtschreib-Prüfungen seien erschreckend. Den Mitarbeitermangel müssen die anderen Beschäftigten auffangen. So funktioniert der Pflichtbetrieb, wie Bewachung und Essensausgabe, weiter. Freizeitaktivitäten für die Häftlinge, wie Sportangebote, fallen dagegen immer wieder aus.

200 Stellen erst dieses Jahr bewilligt

Wie der stellvertretende Pressesprecher des Justizministeriums, Dirk Reuter, dem WDR sagte, ist es in ländlichen Bereichen einfacher, Bewerber zu finden, als in Städten. Das liege daran, dass die Konkurrenz durch andere Arbeitgeber in Städten größer sei als auf dem Land. In Wuppertal, wo es gleich mehrere Haftanstalten gibt, sei es noch schwieriger, Stellen zu besetzen.

Zurzeit gibt es in NRW 233 offene unbefristete Stellen und 192 offene befristete Stellen. Davon seien allerdings 200 Stellen erst dieses Jahr bewilligt worden, so Reuter.

Stand: 23.07.2018, 13:21