Folgen des Teil-Lockdowns: Zootiere in Köln vermissen Besucher

Zwei Netzgiraffen im Kölner Zoo stecken die Köpfe zusammen

Folgen des Teil-Lockdowns: Zootiere in Köln vermissen Besucher

Seit Anfang November ist der Kölner Zoo geschlossen. Der Teil-Lockdown hat aber Auswirkungen auf die Tiere. Denn sie vermissen die Aufmerksamkeit.

Seit Anfang November hat sich das gewohnte Umfeld von über 10.000 Tieren im Kölner Zoo stark verändert. Für die in Zoos geborenen Tiere gehören zur Normalität die Besucherströme und Gruppen vor den Gehegen. Diese fehlen aufgrund des neuerlichen Lockdowns. Deshalb verändern viele Tiere ihr Verhalten, beobachten die Zoo-Biologen.

So halten die Erdmännchen verstärkt Ausschau nach "Feinden". Stets ein Tier werde von der Gruppe als "Wächter" im Schichtdienst eingesetzt, um die Gruppe vor Angreifern aus der Luft oder vom Erdboden aus warnen zu können. Momentan halten offenbar gleich mehrere Tiere Ausschau. Das könne der für die Erdmännchen aktuell ungewohnten Situation geschuldet sein, so die Zoo-Verantwortlichen.

Netzgiraffen und Seelöwen vermissen Gäste auch

Auch die vier Netzgiraffen sind viele Gäste vor ihrer Anlage gewohnt. Momentan scheint ihnen diese Aufmerksamkeit zu fehlen. Denn sie blicken jedem der Tierpfleger, Zoo-Gärtner oder Werkstatt-Mitarbeiter länger nach und recken die Hälse.

Ein Erdmännchen-Baby reckt den Kopf aus einer Gruppe

Auch die Erdmännchen vermissen die Zoo-Besucher

Am Gehege der Kalifornischen Seelöwen werden aktuell alle Mitarbeitenden, von den Tieren mit Schwimmeinlagen und Bauchrutschern belohnt. Der Zoo schließt daraus, dass auch sie die Interaktion mit den Gästen zu vermissen.

Der Zoo trainiert die Seelöwen in normalen Zeiten bei den täglichen Fütterungs-Shows vor den Augen der Besucher. Die Tierpfleger führen dieses Beschäftigungsprogramm auch nun, da der Zoo geschlossen ist, regelmäßig durch.

Stand: 12.11.2020, 19:18