Das Krefelder Affentropenhaus und seine Bewohner

Das Krefelder Affentropenhaus und seine Bewohner

Bei einem Feuer im Krefelder Zoo ist das Affenhaus bis auf das Grundgerüst niedergebrannt. Bis auf zwei Schimpansen starben alle Tiere in dem Gebäude, darunter acht Menschenaffen.

Orang-Utan Baby Suria klammert sich im Zoo in Krefeld an seine Mutter Lea

Bei dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos starb die gesamte dort lebende Orang-Utan-Familie. Auf dem Archivfoto aus dem Jahr 2016 klammert sich das Orang-Utan Baby Suria an seine Mutter Lea. Beide kamen bei dem Brand um.

Bei dem Brand im Affenhaus des Krefelder Zoos starb die gesamte dort lebende Orang-Utan-Familie. Auf dem Archivfoto aus dem Jahr 2016 klammert sich das Orang-Utan Baby Suria an seine Mutter Lea. Beide kamen bei dem Brand um.

Tierpflegerin Eva Ravagni kümmerte sich um die Menschenaffen in Krefeld. Auf dem Bild von 2017 ist sie mit ihrem Zögling Hujan zu sehen. Ravagni zog das Orang-Utan-Baby wegen einer schweren Erkrankung seiner Mutter Sungai mit der Flasche groß. Hujan ist ein Enkel von Lea und lebt seit März vergangenen Jahres in einer Aufzuchtstation für Affen-Waisenkinder in England.

Der 19-jährige Bunjo war der Chef der Orang-Utans und hatte dort 2016 mit Lea erstmals für Nachwuchs gesorgt. Die gemeinsame Tochter Suria starb bei dem Brand mit ihren Eltern.

Der Gorilla-Silberrücken Massa war mit 48 Jahren der Senior im Krefelder Affenhaus – hier ein Foto aus jüngeren Jahren. Er starb bei dem Brand im Zoo ebenso wie seine zwei Jahre jüngere Artgenossin Boma. Mit Boma zeugte Massa insgesamt fünf Kinder (drei männlich, zwei weiblich): Gorgo (Zoo Rostock & Darwineum); Rebecca (Zoo Frankfurt); Bagira (Tierpark Hellabrunn); Kisoro (Zoo Basel; verstorben) und Jambo (Apenheul).

Das Gorilla-Weibchen Boma hatte mit Silberrücken Massa fünf Kinder. Sie war gemeinsam mit Tumba, die im Mai vergangenen Jahr in Krefeld starb, Teil einer erfolgreichen Zuchtgruppe und ihr Nachwuchs nach Angaben des Zoos "entscheidend für den Aufbau einer Zoopopulation in Europa". Boma starb mit Massa in der Silvesternacht.

Charly war mit 46 Jahren der älteste Schimpanse in Krefeld. Er war dafür berüchtigt, dass er Besucher auch schon mal mit Fäkalien bewarf, wenn er sich gestört fühlte. Er überlebte die Silvesternacht nicht, während die beiden Schimpansen Bally und Limbo bei dem Unglück als einzige Überlebende im Affenhaus mit leichten Verletzungen davonkamen.

Das Krefelder Affentropenhaus wurde 1975 eröffnet. Es galt damals dank seiner gitterfreien und tiergerechteren Konzeption und wegen des tropischen Klimas als das modernste in ganz Europa. In dem 2.000 Quadratmeter großen Tropenhaus trennte die Besucher nur ein Trockengraben von den Menschenaffen. Neben Affen lebten dort auch Flughunde und Vögel.

Stand: 02.01.2020, 20:54 Uhr