Zoo Krefeld reagiert auf Kritik an Schimpansen-Haltung

Schimpansen Bally und Limbo im provisorischen Gehege im Krefelder Zoo

Zoo Krefeld reagiert auf Kritik an Schimpansen-Haltung

Seit dem Brand im Krefelder Zoo leben Bally und Limbo, die beiden einzigen überlebenden Schimpansen, in einem kleinen provisorischen Gehege. Dagegen will eine Onlinepetition vorgehen.

Die Petition fordert den sofortigen Umzug der beiden Affen in eine spezielle Auffangstation für Schimpansen in Wales. Die Begründung: Schimpansen bräuchten eigentlich erheblich mehr Platz. Bisher haben fast 30.000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Der Krefelder Zoo sieht sich zu Unrecht in der Kritik: "Dem können wir nur vehement widersprechen. Den Tieren geht es physisch und psychisch extrem gut. Nicht nur die Fläche ist entscheidend, sondern auch der Sozialkontakt zu den Pflegern, die veterinärmedizinische Versorgung und die vielfälitigen Angebote, die die Tiere bekommen", so Petra Schwinn.

Expertenmeinung: "Man muss sicher sein, dass es langfristig ist"

Der Verhaltensforscher und Primatologe Patrick van Veen arbeitet für die Tier- und Umwelschutzorganisation der Verhaltensforscherin Jane Guddohl, die sich seit Jahrzehnten für Schimpansen einsetzt. Er hat die beiden Schimpansen Bally und Limbo im Krefelder Zoo besucht.

Von der Idee der Onlinepetition, sie so schnell wie möglich umzusiedeln, hält der Experte nichts. "Das Kriterium ist, die beste Lösung zu finden, denn es sind zwei Schimpansen mit einem Trauma. Wir sehen dieses Trauma nicht, aber es ist etwas, das man im Kopf behalten muss. Und wenn man die irgendwo hinschickt, muss man sicher sein, dass es eine langfristige Lösung ist – aber auch die beste."

Krefelder Zoodirektor Dreßen im Lokalzeit-Interview

Und die Auffangstation in Wales sei keine solche Lösung. Aber, so versprach der Krefelder Zoodirektor Dreßen im WDR-Interview, ein neues Zuhause für Bally und Limbo werde es schon in wenigen Wochen geben.

Stand: 14.01.2021, 17:48

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