Wuppertaler Zoo rechtfertigt neue Eintrittspreise

Seltsame Entwicklung bei den Zoo-Eintrittspreisen Lokalzeit Bergisches Land 28.08.2019 03:01 Min. Verfügbar bis 28.08.2020 WDR Von Helge Rosenkranz

Wuppertaler Zoo rechtfertigt neue Eintrittspreise

  • Jahreskarten für Erwachsene fast 30 Euro teurer
  • Kinder werden begünstigt
  • Diakonie: Ausgrenzung von sozial Schwachen

Die Stadt Wuppertal solle die Ticket-Preise für den Wuppertaler Zoo anheben. Das hatte die Landesregierung schon lange gefordert. Vor wenigen Wochen beschloss der Rat: Kinder zahlen praktisch nichts mehr; dafür müssen andere bald tiefer in die Tasche greifen.

Alternative Modelle

Fast 4,2 Millionen Euro soll der Verkauf von Tickets im Zoo jedes Jahr einbringen. Der Rat hatte die Wahl: entweder ein „lineares“ Modell, also einfach die Preise um einen bestimmten Prozentsatz anheben. Oder eine viel größere Neuerung: weniger Kategorien bei den Eintrittspreisen, ein höheres Mindestalter und vor allem: viel günstigere Karten für Kinder ab sechs Jahren. Der Rat entschied sich für Letzteres.

Sieben neue statt der 17 alten Preis-Kategorien

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Tageskarten werden teurer

Kinder zahlen ab Oktober nur noch 1,70 Euro. Haben sie ein Schwebebahn-Ticket dabei, können sie an der Zookasse einfach durchgehen. Die Tageskarte für Erwachsene wird vier Euro teurer: sie kostet nun 18,50 Euro. Bisherige Kategorien wie die „Kleingruppen“ oder die „Sondertageskarte“ entfallen. Finanziert wird der Nachlass für Kinder durch die viel teureren Jahreskarten für Erwachsene: Ab Oktober zahlen sie 85 Euro, das sind 27 Euro mehr als früher.

Diakonie: Soziale Teilhabe in Gefahr

Die Wuppertaler Diakonie reagiert skeptisch. Viele Senioren seien Stammgäste im Zoo, natürlich mit einer Jahreskarte. Stiegen die Eintrittspreise, könnten sich viele den Besuch nicht mehr leisten. Besonders sozial schwache Senioren würden ausgegrenzt, denn auch die ermäßigten Karten, etwa für die Bezieher von Grundrente, würden deutlich teurer.

Zoo reagiert mit Rechenexempeln

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Entlastung für Familien?

Auf die Kritik, auch in sozialen Medien, hat der Zooverein reagiert und Rechenbeispiele vorgelegt. Demnach zahlen nicht nur Kinder bald weniger, auch kleinere Familien würden finanziell entlastet. Für die Besitzer von Jahreskarten gebe es die Möglichkeit, bis zu fünf Kinder (nicht nur aus der eigenen Familie) kostenlos mit in den Zoo zu nehmen.

Und eine weitere Neuerung: Bald soll es in unregelmäßigen Abständen einen so genannten „Zahl-was-Du-kannst-Tag“ geben. Dann könnten sich auch ärmere Besucher einen Tag im Zoo leisten.

Stand: 28.08.2019, 13:33