Paketzusteller überprüft: Viele Hinweise auf Mindestlohnverstöße

Der Zoll hat Paketzusteller und Kurierdienste überprüft.

Paketzusteller überprüft: Viele Hinweise auf Mindestlohnverstöße

  • Zollbeamte befragen 540 Personen vor Postdepotzentren
  • Verdacht auf Mindestlohnverstöße in 220 Fällen
  • Illegal Beschäftigten und seine Firma erwarten Strafverfahren

Bei einer bundesweiten Aktion hat das Hauptzollamt Köln am Freitag (08.02.2019) Paketzusteller und Kurierdienste überprüft. Bei 540 überprüften Personen gab es 220 Hinweise auf Mindestlohnverstöße.

Die Zollbeamten standen vor Postdepotzentren in Leverkusen, Bergisch Gladbach, Siegburg, Bornheim, Hürth und Köln, sagte ein Sprecher des Hauptzollamts Köln. "Wir haben insgesamt mit knapp 100 Kolleginnen und Kollegen 540 Personen befragt." Dies seien überwiegend Fahrer gewesen - aus 147 verschiedenen Firmen: "Das zeigt, dass da sehr viele Nachunternehmer tätig sind", so der Sprecher.

30 Hinweise auf Leistungsbetrug

220 mal habe es Hinweise auf Mindestlohnverstöße gegeben. Dabei seien zum Beispiel Anfahrts- und Ladezeiten vom Arbeitgeber nicht als Arbeitszeit angerechnet worden. In knapp 30 Fällen seien Hinweise auf Leistungsbetrug gefunden worden. "Das heißt, dass Leute Sozialleistungen beziehen und dem Jobcenter die Arbeitsaufnahme nicht mitgeteilt haben."

In etwa 35 Fällen bestehe der Verdacht auf Schwarzarbeit. Ein Marokkaner habe sich seit knapp zwei Jahren illegal in Deutschland aufgehalten. "Ihn und den Arbeitgeber erwarten entsprechende Strafverfahren", sagte der Sprecher.

Mindestlohnrazzia in NRW: Erschreckende Zahlen

WDR 5 Morgenecho - Beiträge | 18.09.2018 | 02:43 Min.

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Stand: 08.02.2019, 17:28

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