Rechtsstreit um Zirkus-Tiere in Krefeld

Ein Zirkusdompteur arbeitet mit einem Löwen-Weibchen

Rechtsstreit um Zirkus-Tiere in Krefeld

  • Krefeld lehnt Auftritt von Zirkus "Charles Knie" ab
  • Stadt hat Problem mit Wildtieren im Zirkus
  • Zirkus verklagt Krefeld

Der Zirkus "Charles Knie" hat die Stadt Krefeld verklagt. Das hat die Stadt dem WDR am Donnerstag (28.03.2019) bestätigt. Hintergrund ist ein Streit um die Wildtiere des Zirkus. Die Stadt Krefeld hat deshalb einen Auftritt des Zirkus in der Stadt abgelehnt. Eine Eilentscheidung des Verwaltungsgerichtes Krefeld wird in den nächsten Tagen erwartet.

Städte gegen Auftritte mit Wildtieren

Krefeld hat bereits 2016 beschlossen, Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren auf eigenem Stadtgebiet zu verhindern. Mehr als 100 Städte bundesweit haben ähnliche Regelungen beschlossen.

Der Zirkus "Charles Knie" war zuletzt 2012 in Krefeld zu Gast. Ein Tierschützer hatte damals vermeintliche Verstöße bei der Haltung der Tiere dokumentiert. Daraufhin hatte sich auch die Tierschutzorganisation Peta eingeschaltet, den Zirkus beobachtet und später - nach einem Aufritt in Remscheid - Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen aber nach zwei Jahren wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt.

Der Zirkus hat nach eigenen Angaben eine Studie bei einem Experten eingeholt, die belegen, dass keine Stresssymptome durch die Haltung bei den Tieren festzustellen seien.

Wildtiere im Zirkus – Tradition oder Tierquälerei? Planet Wissen 10.04.2019 58:01 Min. Verfügbar bis 10.04.2024 ARD-alpha

Städte scheitern oft mit Verboten

Gegen das Verbot von Auftritten mit Wildtieren haben zuletzt die Zirkusunternehmen Krone, Knie und Voyage bei verschiedenen Verwaltungsgerichten geklagt und zumeist Recht bekommen. Inzwischen hat Peta reagiert und Handlungsempfehlungen ins Netz gestellt, wie Städte ein Wildtierverbot formulieren und begründen sollten, damit es nicht so leicht wie bisher von der Justiz kassiert wird.

Stand: 28.03.2019, 11:53