Staatsanwalt vernimmt neuen Zeugen im Fall Jenny Böken

Staatsanwalt vernimmt neuen Zeugen im Fall Jenny Böken

  • Zeuge sprach gegenüber der Familie von Mord
  • Staatsanwaltschaft überprüft derzeit die Aussagen
  • Anwalt der Familie Böken übt Kritik

In den Fall der verunglückten Gorch-Fock-Kadettin Jenny Böken aus Geilenkirchen kommt Bewegung. Die Staatsanwaltschaft Kiel hat fast elf Jahre nach dem Tod der damals 18-Jährigen einen neuen Zeugen vernommen. Das bestätigte am Donnerstag (25.4.2019) ein Sprecher dem WDR. Der neue Zeuge – ein ehemaliger Bundeswehrangehöriger – hatte sich vor rund einem Jahr bei der Familie Böken gemeldet.

Eidesstattliche Aussage

Im Gespräch mit dem Anwalt der Familie Böken sprach der Zeuge damals von Mord. In der eidesstattlichen Aussage heißt es weiter, dass die damals 18 Jahre alte Jenny Böken vergewaltigt worden und schwanger gewesen sei. An Bord der Gorch-Fock soll sie dann getötet worden sein.

Gorch-Fock-Kadettin: Zweifel an Unfall mehren sich

WDR 2 24.09.2018 02:40 Min. WDR 2

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Neue Ermittlungen?

Ob der Zeuge diese Aussage jetzt gegenüber der Staatsanwaltschaft Kiel wiederholt hat, dazu wollte der zuständige Oberstaatsanwalt nichts sagen. Man überprüfe derzeit die Aussagen. Erst dann wolle man entscheiden, ob offiziell neue Ermittlungen aufgenommen werden.

Umgang mit Familie "beschämend"

Kritik kommt vom Anwalt der Familie Böken: Die Befragung eines Zeugen sei gleichzusetzen mit der Wiederaufnahme der Ermittlungen. Es sei beschämend, wie die Staatsanwaltschaft mit der Familie Böken umgehe.    

Stand: 26.04.2019, 07:07