Mehr als 22.000 Menschen wollen ins All

Mehr als 22.000 Menschen wollen ins All

Von Jochen Hilgers

Bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, mit Sitz in Köln-Porz, haben sich mehr als 22.000 Menschen aus aller Welt für kommende Raumfahrtmissionen als Astronautin oder Astronaut beworben. Das teilte die ESA auf einer internationalen Pressekonferenz, die in Paris stattfand, mit.

Aus Deutschland liegen 2.663 Bewerbungen vor, darunter 1.037 von Frauen. Auch 268 Menschen mit Behinderung, darunter 60 weibliche Bewerberinnen haben ihre Unterlagen abgegeben. Die ESA sucht ausdrücklich eine Astronautin oder einen Astronauten mit körperlicher Behinderung.

Die Zahl der Bewerber liegt laut ESA um 268 Prozent höher als bei der letzten Auswahlrunde 2008. Die meisten Interessierten kommen aus Frankreich. 7137 Bewerbungen liegen von dort vor. Es gibt auch 30 außereuropäische Bewerbungen, zum Beispiel aus Syrien, Gabun oder dem Iran.

Knallharte Auswahl und Ausbildung

Auf die Kandidaten, die für die Ausbildung in Frage kommen, wartet erstmal ein knallhartes Auswahlverfahren. Es läuft in sechs Phasen. Zunächst werden alle Bewerbungsunterlagen gesichtet. Dann gibt es psychologische Tests. In der ersten Runde scheiden bereits 21.000 Interessierte aus. Am Ende werden es nur eine Handvoll Bewerber tatsächlich ins All schaffen. Die Ausbildung selbst findet zum Teil in Köln-Porz statt. Josef Aschbacher, Generaldirektor der ESA, versprach, dass einer der aufregendsten Jobs der Welt winke.

Marsmission winkt

Neben absoluter geistiger und körperlicher Fitness werden überragende naturwissenschaftliche Kenntnisse erwartet. Weiter muss man sich mit Quantentechnologie, künstlicher Intelligenz, Ingenieurwesen und Medizin auskennen. Auf die Bewerber, die sich am Ende durchsetzen, warten Missionen in Raumfahrtstationen. Ab 2030 steht dann auch einer Raumfahrt zum Mars nichts im Wege.

Zurück zum Mond – Von alten Helden und neuen Zielen Planet Wissen 29.06.2021 59:11 Min. UT Verfügbar bis 13.01.2026 SWR

Stand: 23.06.2021, 14:19