Doch keine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandel: Nettetaler Zahnarztpaar freigesprochen

Eine Cannabispflanze

Doch keine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandel: Nettetaler Zahnarztpaar freigesprochen

Das Krefelder Landgericht hat ein Zahnarzt-Paar aus Nettetal vom Vorwurf des Drogenhandels freigesprochen. Das Paar war in erster Instanz zu Gefängnisstrafen von bis zu dreieinviertel Jahren veruteilt worden.

Der ursprüngliche Vorwurf: Der Zahnarzt habe veranlasst, dass in einer Wohnung seines Hauses in Nettetal eine Marihuana-Plantage errichtet wurde. Seine Frau habe ihm dabei geholfen.

Davon hat das Krefelder Landgericht die beiden nun freigesprochen: Dass die Cannabis-Plantage wirklich von den Eheleuten betrieben wurde, konnte nicht nachgewiesen werden.

Laut Richterin schlampige Ermittlungen

Die Plantage mit mehr als 1.300 erntereifen Cannabis-Pflanzen in der Eigentumswohnung über der Zahnarztpraxis war im Januar 2014 entdeckt worden. Im Prozess haben Arzthelferinnen auch bestätigt, dass das Ehepaar nichts von der Plantage wusste. Zudem sei schlampig ermittelt worden, meinte die Richterin.

Racheakt des Mieters?

Außerdem spreche viel dafür, dass der bereits verurteilte Mieter der Wohnung das Ehepaar aus Rache beschuldigt hatte, die Plantage in ihrem Auftrag betrieben zu haben.

Das Zahnarzt-Paar war in erster Instanz vom Amtsgericht Krefeld zu Gefängnisstrafen ohne Bewährung verurteilt worden: drei Jahre und drei Monate Haft für den 53-jährigen Zahnarzt sowie zwei Jahre und drei Monate Haft für seine Ehefrau. Dagegen hatten beide Revision eingelegt.

Stand: 22.01.2021, 11:43