Drogenanbau in Nettetal: Haftstrafen für Zahnarzt-Ehepaar

Drogenanbau in Nettetal: Haftstrafen für Zahnarzt-Ehepaar

  • Haftstrafen für Ehepaar
  • Cannabis in Nettetal: Handel und Beihilfe
  • Ehepaar will Urteil anfechten

Das Amtsgericht hat einen Zahnarzt aus dem Kreis Viersen und seine Ehefrau am Dienstag (18.06.2019) wegen Drogenhandels und Beihilfe zu Haftstrafen zwischen zweieinviertel und dreieinviertel Jahren verurteilt.

Vor fünf Jahren war in der vermieteten Eigentumswohnung über der Praxis des Mannes eine Cannabisplantage mit mehr als 1.300 erntereifen Pflanzen entdeckt worden.

Ehepaar will Urteil anfechten

Das Ehepaar reagierte mit ungläubigem Kopfschütteln, weil das Gericht sein Urteil nahezu allein auf die Aussagen des bereits zu fünf Jahren Haft verurteilten Mieters der Wohnung stützt. Dieser behauptet, die Plantage im Auftrag des Paares betrieben zu haben.

Die Verteidigerin des Arztes sagte bereits am Montag am Rande der Verhandlung, die Anklage fuße auf einem Racheakt des Mieters. Das verurteilte Ehepaar hat vor, das Urteil anzufechten.

Zahnarzt beauftragte Privat-Detektiv

Im Laufe des Prozesses sagte der Angeklagte aus, er habe Verdacht geschöpft, dass in seiner vermieteten Wohnung illegale Dinge passieren und daher einen Privatdetektiv beauftragt. Der habe die Plantage entdeckt und mit Einverständnis des Auftraggebers dem Polizisten gemeldet.

Das Gericht schenkte dieser Information keinen Glauben. Nach Einschätzung von Gerichtsbeobachtern könnte dieser Punkt im Berufungsprozess wieder eine Rolle spielen.

Polizeifund: 53 kg Cannabis

Die Plantage war Anfang Januar 2014 nach einem Hinweis aus der Bevölkerung aufgeflogen. Bei der Durchsuchung der Wohnung stellten die Beamten Cannabispflanzen mit einem Gesamtgewicht rund 53 kg sicher.

Cannabis – Droge oder Medizin? Planet Wissen 20.09.2016 58:04 Min. Verfügbar bis 20.09.2021 WDR

Stand: 18.06.2019, 16:11

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