Kontroverse Diskussion über Bürgerticket-Idee

Bürgerticket

Kontroverse Diskussion über Bürgerticket-Idee

  • Bürgerticket-Idee erstmals öffentlich vorgestellt
  • Von uneingeschränkter Zustimmung bis zu strikter Ablehnung
  • Verkehrsdezernent hält Diskussion für dringend notwendig

Eine Bürgerinitiative will in Wuppertal ein solidarisches ÖPNV-Ticket einführen. Am Dienstag (26.02.2019) hat sie ihre Idee erstmals mit interessierten Bürgern diskutiert. Alle Bürger zahlen einen monatlichen Beitrag und können dafür uneingeschränkt mit Bussen und Bahnen fahren. Es zahlen allerdings auch diejenigen, die den ÖPNV nicht nutzen.

Einkommensabhängiger Soli-Beitrag

Wuppertals Verkehrsdezernent Frank Meyer findet die Diskussion über das Bürgerticket wichtig und richtig.

Wuppertals Verkehrsdezernent Frank Meyer findet die Diskussion über das Bürgerticket wichtig.

Der sogenannte Mobilitätsbeitrag wäre laut Bürgerinitiative einkommensabhängig und würde zwischen zwölf und fünfzig Euro liegen. Dafür könnten alle Bürger uneingeschränkt mit Bussen und Schwebebahn fahren.

Zahlen sollen aber nur diejenigen, die auch die Möglichkeit haben, den ÖPNV zu nutzen. Wer zu weit entfernt von einer Haltestelle wohnt oder dort, wo der Bus nur unregelmäßig fährt, ist beitragsbefreit. Soweit die Idee.

Nicht alle vom Konzept überzeugt

Etwa 60 Wuppertaler sind der Einladung der Bürgerticket-Inititiative gefolgt. In der Diskussion wurde deutlich, dass es viel Unterstützung gibt. Viele Bürger sehen das Bus-Ticket für alle als sinnvollen Beitrag für den Umwelt- und Klimaschutz.

Eine Versammlung für das neue Buergerticket in Wuppertal

Die Reaktionen reichen von voller Zustimmung bis zu strikter Ablehnung.

Es gibt aber auch viel Kritik. Vor allem die Tatsache, dass alle für das Ticket zahlen sollen, stößt bei jenen auf Ablehnung, die weder Bus noch Bahn nutzen.

Verkehrsdezernent: Klasse Initiative

Wuppertals Verkehrsdezernent Frank Meyer äußerte sich am Freitag (01.03.2019) zum neuen Bürgerticket und sieht in der Idee einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die zukünftige Finanzierung des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Jan Niko Kirschbaum, Sprecher der Initiative Bürgerticket, bei der ersten öffentlichen Vorstellung des Konzeptes.

Jan Niko Kirschbaum, Sprecher der Initiative Bürgerticket, bei der ersten öffentlichen Vorstellung.

Für einen dringend notwendigen Ausbau fehlt das Geld. Da sind sich Experten einig. Wenn man die Verkehrs- und Klimawende wirklich wolle, dann müsse man sich mit neuen Konzepten befassen, so Meyer. Das Bürgerticket sei eine Möglichkeit, über die es sich lohnt nachzudenken.

Weiter Weg bis zum Bürgerticket

Bürgerticket-Initiator Jan Niko Kirschbaum ist jedoch Realist: „Es ist noch viel Überzeugungsarbeit nötig.“ Breite Unterstützung sei wichtig, um im Stadtrat eine politische Mehrheit für die Idee zu finden. Außerdem müsste das NRW-Kommunalabgabengesetz geändert werden. Bislang darf Wuppertal nämlich keinen Mobilitätsbeitrag erheben.

Stand: 01.03.2019, 18:20

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