Ursache für Schwebebahn-Unfall in Wuppertal unklar

Nach dem Unfall Schwebebahn WDR aktuell 19.11.2018 01:38 Min. Verfügbar bis 19.11.2019 WDR

Ursache für Schwebebahn-Unfall in Wuppertal unklar

  • Stromschiene der Wuppertaler Schwebebahn heruntergefallen
  • Fehler am Stromabnehmer ausgeschlossen
  • Ersatzverkehr ist eingerichtet

Warum am Sonntag (18.11.2018) in Wuppertal eine Stromschiene aus dem Schwebebahn-Gerüst gebrochen ist, ist noch unklar. Die Wuppertaler Stadtwerke haben ausgeschlossen, dass der Stromabnehmer an einem Waggon die Schiene herausgerissen haben könnte. So war es 2013 zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen.

Stromabnehmer wohl nicht der Auslöser

Laut Holger Stephan, Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke, wurden nach dem Unfall 2013 alle Fahrzeuge nachgebessert. "Die haben an dem Stromabnehmer eine Sollbruchstelle bekommen, damit der abreißen kann und die Stromschiene nicht beschädigt." Das gelte auch für die neuen Schwebebahnen.

Bei dem Unfall vor fünf Jahren war die eiserne Stromschiene auf einer Länge von 260 Metern aus der Verankerung gerissen und in die Tiefe gestürzt. Sie demolierte mehrere Autos, zwei Menschen wurden leicht verletzt, 76 Passagiere saßen in zwölf Metern Höhe über der Wupper in dem havarierten Zug fest.

Stromschiene stürzte auf Pkw

Fahrer des beschädigten Autos

Der Fahrer des beschädigten Autos

Am Sonntagmittag (18.11.2018) war laut Stadtwerken zwischen den Stationen Varresbecker Straße und Stadion/Zoo ein mehr als 300 Meter langes Stück der Stromschiene aus dem Schwebebahn-Gerüst gefallen. Es stürzte auf einen Pkw, der an einer Ampel stand.

Der Fahrer des Pkw wurde nicht verletzt. Es habe "einen lauten Knall" gegeben, sagte der Mann später dem WDR. Er wirkte gelassen: Zum Glück sei es "nur ein Blechschaden".

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat routinemäßig Ermittlungen aufgenommen - wegen des Anfangsverdachts einer fahrlässigen Gefährdung des Bahnverkehrs.

Laut Wuppertaler Stadtwerken ist der Schwebebahnbetrieb für mehrere Wochen eingestellt. Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet. Täglich nutzen nach Angaben der Stadtwerke rund 85.000 Menschen die Bahn. Am Montagmorgen (19.11.2018) blieb ein Verkehrschaos nach Angaben der Wuppertaler Polizei aus.

Warnung eines Fahrers

Nach dem Unfall hieß es, ein Schwebebahnfahrer habe schon Stunden vorher gemeldet, dass auf einer Strecke die Stromschiene durchhänge. Die Meldung habe aber einen Bereich betroffen "150 Meter von der späteren Schadenstelle entfernt, direkt über der Wupper", erklärt Holger Stephan, Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke, dazu.

Da sei man zunächst nicht davon ausgegangen, "dass sie auf der ganzen Länge herunterkommen würde". Das, so Stephan, "war so nicht abzusehen".

Schadensbegrenzung nach dem Schwebebahn-Unglück Lokalzeit Bergisches Land 19.11.2018 05:02 Min. Verfügbar bis 19.11.2019 WDR Von Petra Dierks

Stand: 19.11.2018, 14:43